Der Euro hat seine jüngste Schwächephase beendet und sich am Mittwoch wieder spürbar erholt. Ausschlaggebend für die Bewegung ist ein doppelter Zinsimpuls von beiden Seiten des Atlantiks: Nachgebende US-Inflationsdaten dämpfen die Zinserwartungen für die Federal Reserve, während anziehende Verbraucherpreise in Europa die Spekulationen auf eine straffere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank befeuern.
Am Mittwochnachmittag erholte sich die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1357 US-Dollar. Am Vortag war der Kurs noch auf den tiefsten Stand seit Mai 2025 gefallen.
Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1355 US-Dollar fest.
Schwächere US-Teuerung bremst den Dollar
Aus den Vereinigten Staaten kamen am Mittwoch Signale einer nachlassenden Teuerung. Die Teuerungsrate des PCE-Preisindex, den die US-Notenbank Fed bei ihren Entscheidungen besonders beachtet, lag im August bei 3,4 Prozent. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Wert von 3,7 Prozent gerechnet.
Der geringere Preisdruck dämpft die Spekulation auf weiter steigende US-Zinsen im Kampf gegen die Teuerung. Dieser Umstand setzte die US-Währung unter Druck, wovon der Euro im Gegenzug profitierte.
Steigende Teuerung erhöht Druck auf die EZB
In Europa verläuft die Entwicklung gegenläufig. In Deutschland zog die Teuerungsrate im September vor allem wegen hoher Energiekosten auf 3,3 Prozent an. Auch in Spanien gewann der Preisauftrieb spürbar an Dynamik.
Damit wächst der Handlungsdruck auf die Währungshüter in Frankfurt. Analyst Elmar Völker von der Landesbank Baden-Württemberg rechnet mit einer weiteren geldpolitischen Straffung durch die EZB im vierten Quartal. Neue Aufschlüsse über das Ausmaß der Teuerung versprechen die aggregierten Preisdaten für die gesamte Eurozone, die am Freitag veröffentlicht werden.
