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Ethereum: Neue Kräfte für Institutionen

Aus der Ethereum Foundation entsteht mit EthSystems ein drittes Spin-off, das Privatsphäre-Technologie für Banken kommerziell anbietet.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Drittes Spin-off aus Ethereum Foundation
  • Fokus auf Privatsphäre für Banken
  • Unterstützung durch Bitmine und Lubin
  • Adressiert fehlende Vertraulichkeit auf Ethereum

Die Ethereum Foundation schrumpft, doch aus ihren Trümmern entstehen neue, kommerziell ausgerichtete Firmen. Diese Woche hat sich mit EthSystems bereits das dritte Team aus der Stiftung gelöst, um genau die Lücke zu füllen, die sie selbst hinterlässt: fehlende Privatsphäre-Technologie für Banken und Vermögensverwalter auf der Ethereum-Blockchain.

Gegründet wurde EthSystems von Mo Jalil, Oskar Thorén und Aaryamann Challani — allesamt ehemalige Leiter der Institutional Privacy Task Force der Foundation. Ein Jahr lang haben sie mit Zentralbanken, Regulierern und Großbanken gesprochen und dabei Prototypen für private Anleihen, vertrauliche Stablecoin-Transfers und private Cross-Chain-Abwicklung entwickelt. Jetzt verkaufen sie genau dieses Know-how als kommerzielle Beratung — Workshops, Architekturprüfungen, Protokollspezifikationen.

Bitmine und Lubin als Geldgeber

Hinter dem Start stehen keine Unbekannten. Bitmine Immersion Technologies und SharpLink, die beiden größten börsennotierten Ethereum-Treasury-Firmen, finanzieren das Projekt zusammen mit Ethereum-Mitgründer Joe Lubin und der asiatischen Investmentfirma SNZ. Bitmine hält rund 5,7 Millionen Ether, SharpLink kommt auf etwa 888.000 — beide Firmen haben ein direktes wirtschaftliches Interesse daran, dass Ethereum als Abwicklungsinfrastruktur für Stablecoins und tokenisierte Vermögenswerte ernst genommen wird.

Der Hintergrund dieser Bewegung ist eine tiefgreifende Umstrukturierung der Ethereum Foundation. Im Juni strich sie ein Fünftel ihrer Belegschaft, kürzte das Budget und löste ihre interne Forschungseinheit für Privatsphäre und Skalierung auf. Im Laufe des Jahres 2026 verließen mindestens neun führende Mitarbeiter die Organisation. Innerhalb weniger Wochen entstanden daraus drei neue Einheiten: EthLabs übernimmt die Protokollforschung, Ethereum Institutional koordiniert den Kontakt zu Finanzinstituten, und EthSystems liefert nun die angewandte Privacy-Technik.

Für die Geldgeber steht viel auf dem Spiel. Ethereum trägt aktuell tokenisierte Realwerte im Volumen von 16 Milliarden Dollar und Stablecoins im Wert von 159 Milliarden Dollar auf seiner Kette. Jalil argumentiert, dass fehlende Vertraulichkeit genau der Punkt sei, der zwischen Milliarden heute und Billionen morgen entscheide — eine These, die auch Lubin teilt, der Wettbewerbern vorwirft, Institutionen bislang nur „permissionierte Systeme mit Umwegen“ angeboten zu haben.

Ob sich das Geschäftsmodell aus bezahlter Beratung und offenem Quellcode langfristig trägt, hängt davon ab, wie schnell Banken tatsächlich reale Transaktionsvolumen auf die öffentliche Kette verlagern. Die Foundation selbst dürfte diesen Umbau in den kommenden Monaten fortsetzen — weitere Abspaltungen sind nach den Aussagen der Beteiligten nicht ausgeschlossen.

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Diskussion zu Ethereum

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