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Ethereum: Glamsterdam-Upgrade auf Q3 verschoben

Ethereum verschiebt Glamsterdam-Upgrade auf Q3, während ETF-Abflüsse im Mai über 540 Mio. USD erreichen. Der Kurs fällt auf Jahrestief.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Glamsterdam-Upgrade auf Q3 2026 verschoben
  • ETF-Abflüsse von über 540 Mio. USD im Mai
  • Ether-Kurs rund 59% unter Allzeithoch
  • Harvard verkauft, Wells Fargo kauft ETH-ETFs

Ethereum startet mit doppeltem Gegenwind in den Juni. Das lang erwartete Glamsterdam-Netzwerkupgrade rutscht in das dritte Quartal 2026 — ursprünglich war der Juni angepeilt. Währenddessen häufen sich die Abflüsse aus US-Spot-ETFs, und der Kurs notiert mit rund 1.974 Dollar bereits nahe dem Jahrestief.

Glamsterdam verschoben, Devnets live

Die Ethereum Foundation hat das Glamsterdam-Upgrade offiziell auf Q3 2026 datiert. Die Verschiebung ist kein vollständiger Rückschlag — Devnets laufen bereits, Entwickler testen das Upgrade in kontrollierten Umgebungen vor dem Mainnet-Einsatz.

Das Upgrade setzt einen Gas-Limit-Boden von 200 Millionen fest, mehr als das Dreifache der aktuellen Obergrenze von 60 Millionen. Es ist die erste größere Implementierung auf Ethereums langfristiger Skalierungs-Roadmap. Auf Glamsterdam folgt laut Roadmap das Upgrade namens Hegotà.

Technisch bringt Glamsterdam zwei weitere Neuerungen. Die eingebettete Proposer-Builder-Separation (ePBS) integriert die Block-Building-Trennung direkt ins Protokoll und reduziert die Abhängigkeit von externen Relays. EIP-8037 führt eine neue Preisgestaltung für Datenspeicherung ein: Die Kosten für State-Creation-Operationen steigen, um übermäßiges State-Wachstum unter den höheren Gas-Limits zu verhindern.

ETF-Abflüsse fressen Aprilgewinne auf

US-Spot-Ethereum-ETFs verzeichneten im Mai Nettoabflüsse von über 540 Millionen Dollar — damit wurden sämtliche Zuflüsse des Vormonats wieder ausgeglichen. Bis zum 22. Mai liefen mindestens zehn aufeinanderfolgende Abflusstage. Am 29. Mai betrug der Tages-Nettoabfluss knapp 18 Millionen Dollar, wobei BlackRocks ETHA allein 40,7 Millionen Dollar abzog.

Das institutionelle Bild bleibt gespalten. Die Harvard Management Company verkaufte im ersten Quartal 2026 sämtliche ETH-Positionen — rund 87 Millionen Dollar in ETHA-Anteilen, die sie noch Ende 2025 hielt. Wells Fargo hingegen weitete seine Ethereum-ETF-Bestände im selben Zeitraum aus. Kein einheitliches Signal, sondern zwei entgegengesetzte institutionelle Wetten.

Seit Auflegung der Spot-ETFs summieren sich die Nettozuflüsse auf 11,37 Milliarden Dollar, ETHA hält mit 5,7 Milliarden Dollar den größten Marktanteil.

Kurs mehr als 59 Prozent unter Allzeithoch

Ether notiert rund 59 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 4.829 Dollar, das im August 2025 erreicht wurde. Seit Jahresanfang hat die Kryptowährung mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren. Der Total Value Locked im Ethereum-Ökosystem ist indes auf 42 Milliarden Dollar gefallen — von 95 Milliarden Dollar im Vorjahr, ein Rückgang, der das nachlassende Interesse an DeFi-Anwendungen auf der Plattform widerspiegelt.

Die Analystenspanne für den Jahresendkurs ist weit: Citi sieht ETH bei 3.175 Dollar, Standard Chartered bei 7.500 Dollar. Beide Szenarien hängen maßgeblich davon ab, ob Glamsterdam planmäßig in Q3 liefert und die Makrobedingungen mitspielen. Bleibt der Devnet-Zeitplan stabil, könnte Ethereums Basisschicht bis Ende 2026 deutlich mehr Transaktionsvolumen verarbeiten — ein konkreter Katalysator, der dem Kurs fehlt, solange er auf sich warten lässt.

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