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Ethereum: Glamsterdam-Fork am 20. August

Ethereum startet Testphase für Glamsterdam-Upgrade, das Gas-Gebühren reformiert. Parallel verzeichnen Ether-ETFs vierte Zuflusswoche in Folge.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Glamsterdam-Upgrade startet Testphase
  • Ether-ETFs: Vierte Zuflusswoche in Folge
  • Ethereum Foundation vergibt 5,5 Mio. USD
  • GnosisDAO stimmt für Layer-2-Umwandlung

Das Ethereum-Netzwerk bereitet sich auf eine technologische Zäsur vor. Am morgigen Donnerstag, dem 20. August, erfolgt der entscheidende Fork auf dem Testnetz Platåberget, der den Weg für das umfangreiche Glamsterdam-Upgrade ebnet.

Während die technische Infrastruktur vor einem tiefgreifenden Wandel steht, signalisieren institutionelle Investoren weiterhin Vertrauen: US-amerikanische Spot-Ether-ETFs verzeichneten gestern den vierten Zuflusstag in Folge.

Paradigmenwechsel bei den Transaktionsgebühren

Das Glamsterdam-Upgrade, dessen Einführung im Mainnet für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant ist, markiert das Ende einer langjährigen Konstante im Ethereum-Protokoll. Mit der Implementierung von EIP-8037 wird die bisherige Pauschalregel von 21.000 Gas für Ether-Transfers abgeschafft.

Zukünftig wird zwischen Überweisungen an bereits bestehende Adressen und neuen Konten unterschieden. Während Erstere weiterhin 21.000 Gas kosten, erfordern Transfers an neue Accounts zusätzliche Gebühren für die Erstellung des neuen Zustands im Netzwerk. In Referenzszenarien ist hierbei von zusätzlichen 183.600 State-Gas die Rede.

Die Ethereum Foundation hat in diesem Zusammenhang eine Warnung an Entwickler von Wallets, Indexern und Gebühren-Schätzern herausgegeben. Tools, die fest auf der Annahme von 21.000 Gas basieren, könnten durch die neue State-Gas-Dimension funktionsunfähig werden.

Neben der Gebührenreform umfasst das Upgrade eine Erhöhung des Limits für Smart-Contract-Größen von 24 auf 64 KiB sowie technische Erweiterungen wie ePBS und Block-Level-Lists (BALs). Die Testphase auf Platåberget soll über mehrere Monate hinweg die Stabilität dieser weitreichenden Änderungen sicherstellen.

Institutionelles Interesse durch ETF-Zuflüsse untermauert

Parallel zu den technischen Vorbereitungen festigt Ethereum seine Position im institutionellen Markt. Berichten zufolge flossen den US-amerikanischen Ether-ETFs am gestrigen Dienstag netto 71,47 Millionen US-Dollar zu. Dies markiert die längste Phase kontinuierlicher Zuflüsse seit Einführung dieser Finanzprodukte. Maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung ist der BlackRock-Fonds ETHA, der gestern allein 64,68 Millionen US-Dollar an neuem Kapital anzog.

Im Vergleich dazu zeigten sich andere Emittenten wie Grayscale (ETHE und Mini Trust) sowie Bitwise (ETHW) mit deutlich geringeren Zuflüssen im einstelligen Millionenbereich. Das verwaltete Gesamtvermögen der Ether-ETFs beläuft sich damit auf rund 10,83 Milliarden US-Dollar.

Am Sekundärmarkt spiegelt sich dieses Interesse in einer moderaten Erholung wider. Der aktuelle Kurs von 1.931,20 USD liegt derzeit etwa 4,1 % über dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt, was auf eine kurzfristige Stabilisierung hindeutet. Dennoch bleibt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch mit einem Minus von 61 % erheblich.

Millioneninvestitionen in die Protokollsicherheit

Die Ethereum Foundation treibt zudem die langfristige Entwicklung des Ökosystems voran. Wie gestern bekannt wurde, hat das Ecosystem Support Program im zweiten Quartal 2026 Fördermittel in Höhe von rund 5,5 Millionen US-Dollar vergeben.

Die Mittel flossen in Projekte, die sich auf die Sicherheit des Protokolls, Zero-Knowledge-Forschung (ZK) sowie die Diversität der Client-Software konzentrieren. Zu den Empfängern gehören unter anderem Entwicklerteams von Lodestar und Lighthouse sowie Initiativen für Privatsphäre-Lösungen wie Matter Labs und Succinct Labs.

Gleichzeitig zeichnet sich eine engere Verzahnung innerhalb des Ökosystems ab. Eine Abstimmung bei GnosisDAO zur Umwandlung der Gnosis Chain in eine Ethereum-Layer-2-Lösung erreichte gestern eine Zustimmung von über 99 %. Dieser Schritt, der für Ende 2026 oder Anfang 2027 geplant ist, würde die Sicherheit von Ethereum direkt auf das Gnosis-Netzwerk übertragen und rund 350.000 GNO-Token für das Staking im neuen System freischalten.

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Diskussion zu Ethereum

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.