Der Wunsch nach absoluter Privatsphäre auf der Blockchain ist groß. Vitalik Buterin dämpft nun die kurzfristigen Erwartungen. Der Ethereum-Gründer skizziert eine neue Verschlüsselungstechnik für das Netzwerk. Bis zur Marktreife vergehen wohl noch Jahre.
Code verstecken, nicht nur Daten
Im Zentrum steht die sogenannte Ununterscheidbarkeits-Verschleierung (iO). Diese Technik verwandelt Programme in verschlüsselte Versionen. Sie verarbeiten weiterhin normale Eingaben. Beobachter können die interne Logik jedoch nicht mehr auslesen. Buterin fasst den Kernpunkt prägnant zusammen. Die Methode versteckt den Code selbst, nicht nur die Daten.
Gepaart mit einer Blockchain fungiert iO als vertrauenslose dritte Partei. Die Theorie steht mittlerweile auf einem soliden Fundament. Die praktische Umsetzung scheitert aktuell an der Rechenleistung. Buterin bezeichnet die derzeitigen Laufzeiten als „buchstäblich galaktisch“. Forscher müssen die komplexen mathematischen Modelle erst massiv optimieren. Der Entwicklungsstand erinnert an die Anfänge der SNARK-Technologie um das Jahr 2010.
Für das Ethereum-Ökosystem bedeutet das eine klare Arbeitsteilung. Die Technik ersetzt die Blockchain nicht. Vielmehr ergänzt sie das öffentliche Netzwerk. Ethereum übernimmt weiterhin die Speicherung der Zustände. Die iO-Programme schützen künftig die Logik sensibler Anwendungen. Dazu zählen etwa private Wahlsysteme ohne zentrale Kontrollinstanz.
Kurs nähert sich dem Jahrestief
Parallel dazu kämpft der Ether-Kurs mit einer anhaltenden Schwächephase. Der Preis notiert aktuell bei rund 1.569 US-Dollar. Seit Jahresbeginn verzeichnet die zweitgrößte Kryptowährung ein Minus von knapp 48 Prozent.
Das 52-Wochen-Tief bei 1.512 US-Dollar rückt damit gefährlich nahe. Der Abstand schrumpfte zuletzt auf unter vier Prozent. Ein überverkaufter RSI-Wert von 31,6 unterstreicht die angespannte Marktlage.
Kurz gesagt: ein Realitätscheck. Buterins Beitrag festigt Ethereums Rolle als Zentrum für kryptografische Grundlagenforschung. Ein kurzfristiger Preiskatalysator durch neue Datenschutz-Funktionen fällt damit jedoch aus. Entwickler haben nun einen klaren Fahrplan. Bis zur Integration in laufende Smart Contracts sind aber noch fundamentale Durchbrüche nötig.
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