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Erste Group Aktie: Rekordjahr ohne Belohnung

Trotz eines historischen Milliardengewinns senkt die Erste Group die Dividende drastisch, um die teure Übernahme in Polen zu finanzieren. Analysten bleiben dennoch optimistisch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Historischer Nettogewinn von 3,51 Milliarden Euro
  • Dividende sinkt von 3,00 auf 0,75 Euro je Aktie
  • Finanzierung der polnischen Übernahme belastet Kapitalquote
  • Management strebt 2026 über vier Milliarden Euro Gewinn an

Die Erste Group hat im vergangenen Jahr einen historischen Milliardengewinn eingefahren. Dennoch reagieren Anleger verstimmt und schickten den Kurs seit Jahresbeginn zweistellig ins Minus. Verantwortlich für diese Diskrepanz ist die teure Expansion nach Polen, die das Management nun durch eine harte Dividendenkürzung finanziert.

Teurer Sprung über die Grenze

Obwohl unterm Strich für 2025 ein Nettogewinn von 3,51 Milliarden Euro steht, schrumpft die Ausschüttung massiv. Statt der gewohnten 3,00 Euro fließen Ende April lediglich 0,75 Euro je Anteilsschein an die Aktionäre. Die Erste Bank finanziert die Übernahme der polnischen Tochter vollständig aus eigenen Mitteln. Dieser Schritt drückt die harte Kernkapitalquote im laufenden ersten Quartal um rund 460 Basispunkte.

Zusätzlich belasten Integrationskosten von 180 Millionen Euro sowie eine einmalige bilanzielle Abschreibung auf das übernommene Kreditportfolio in Höhe von 300 Millionen Euro das Zahlenwerk. Das Management betont hierbei, dass sich die tatsächliche Qualität der Kredite nicht verschlechtert hat.

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Starkes Fundament stützt Prognose

Abseits der teuren Integration präsentiert sich das operative Geschäft äußerst robust. Das Kreditvolumen wuchs zuletzt um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro. Auch der Zins- und Provisionsüberschuss legte deutlich zu. Auf dieser Basis formuliert die Führungsetage ambitionierte Ziele für 2026. Ein bereinigter Nettogewinn von über vier Milliarden Euro soll erreicht werden, begleitet von einem organischen Kreditwachstum von über fünf Prozent.

Analysten teilen diesen Optimismus mehrheitlich. Zehn Experten raten derzeit zum Kauf der Papiere. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 107,69 Euro deutlich über der aktuellen Notierung von rund 94 Euro. Dem stehen erwartete regulatorische Abgaben und Bankensteuern von rund 450 Millionen Euro gegenüber, die vor allem in Ungarn und Rumänien anfallen.

Quartalszahlen liefern harte Fakten

Die kommenden Wochen bringen konkrete Daten zur weiteren Entwicklung. Nach der Hauptversammlung Mitte April präsentiert die Bank am 30. April die Ergebnisse für das erste Quartal. Dieser Bericht markiert den ersten Stresstest nach der Erstkonsolidierung des polnischen Geschäfts und dokumentiert den erwarteten Erholungspfad der Kapitalquote. Parallel dazu startet das zweijährige Rebranding von knapp 500 neuen Filialen, mit dem sich die Erste Group im direkten Wettbewerb gegen den lokalen Konkurrenten PKO Bank Polski aufstellt.

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