Rekordgewinn, drastisch gekürzte Dividende — und eine Übernahme, die die Bilanz noch jahrelang prägen wird. Am 7. April 2026 entscheiden die Aktionäre der Erste Group in Wien über eine Ausschüttung von nur noch 0,75 Euro je Aktie, nach 3,00 Euro im Vorjahr. Wer abstimmen möchte, muss die Aktie bis zum selben Tag, 24:00 Uhr MESZ, im Depot halten.
Polnisches Erbe belastet die Kapitalquote
Der Grund für die drastisch reduzierte Ausschüttungsquote — von rund 50 auf nur noch 10 Prozent — liegt in der Übernahme eines beherrschenden Anteils an der Santander Bank Polska, die im Januar 2026 vollständig aus Eigenmitteln finanziert wurde. Mit dem Erwerb von 49 Prozent an Polens drittgrößtem Kreditinstitut sowie der Hälfte des Vermögensverwalters Santander TFI wächst die Kundenbasis auf rund 23 Millionen Menschen in Zentral- und Osteuropa.
Der Preis dafür ist messbar. Die Erstkonsolidierung drückt die harte Kernkapitalquote (CET1) voraussichtlich um rund 460 Basispunkte — ausgehend von einer soliden Ausgangsbasis von 19,3 Prozent zum Jahresende 2025. Hinzu kommen Integrationskosten von etwa 180 Millionen Euro sowie eine einmalige Kreditrisikovorsorge von netto rund 120 Millionen Euro. Die CET1-Zielquote für 2026 liegt bei 14,25 Prozent; das Management erwartet eine Erholung im Jahresverlauf.
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Ehrgeizige Ziele trotz hoher Einmalkosten
Der operative Umbau ist bereits angelegt. Im zweiten Quartal 2026 sollen 485 Filialen und 1.400 Geldautomaten umgestaltet sowie ein Rebranding zur „Erste Bank Polska“ vollzogen werden — ein Projekt auf zwei Jahre. Regulatorische Kosten steigen auf rund 450 Millionen Euro, vor allem in Ungarn und Rumänien.
Das Management hält an ambitionierten Jahreszielen fest: mehr als 20 Prozent höherer bereinigter Gewinn je Aktie, eine Eigenkapitalrendite von rund 19 Prozent und ein Zinsüberschuss von über 11 Milliarden Euro. Die Basis dafür ist solide — der Nettogewinn 2025 erreichte 3,5 Milliarden Euro, das Kreditvolumen wuchs um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro. Zwei Drittel des Gewinns stammen bereits aus Märkten außerhalb Österreichs.
Wie stark die polnische Integration die Konzernbilanz tatsächlich belastet, wird am 30. April 2026 mit den Zahlen zum ersten Quartal erstmals quantifizierbar. Die Aktie notiert derzeit bei rund 91,25 Euro — gut 17 Prozent unter dem im Februar markierten 52-Wochen-Hoch von 111,00 Euro. Ob die Jahresziele den Kursabstand schließen können, hängt maßgeblich davon ab, wie zügig sich die Kapitalquote nach der Erstkonsolidierung erholt.
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