Trotz eines Rekordgewinns im vergangenen Jahr müssen sich Aktionäre der Erste Group im April auf erhebliche Einschnitte einstellen. Die milliardenschwere Expansion nach Polen fordert ihren Tribut bei der Dividende und der Kapitaldecke. Gleichzeitig werfen neue US-Zölle einen Schatten auf das wichtige Osteuropa-Geschäft.
Milliardendeal drückt Ausschüttung
Der Terminkalender der Bank ist in den kommenden Wochen ungewöhnlich dicht getaktet:
* 17. April: Hauptversammlung in Wien
* 22. April: Ex-Dividenden-Tag
* 30. April: Q1-Zahlen und EZB-Zinsentscheid
Auf dem Aktionärstreffen steht ein drastischer Schritt an. Die Jahresdividende sinkt von 3,00 Euro auf lediglich 0,75 Euro je Aktie. Diese Kürzung auf eine Ausschüttungsquote von rund zehn Prozent erfolgt trotz eines ausgewiesenen Rekordnettogewinns von 3,51 Milliarden Euro für 2025. Das Kapital fließt stattdessen in den sieben Milliarden Euro schweren Einstieg bei der Santander Bank Polska.
Die Erstkonsolidierung der neuen Tochtergesellschaft hinterlässt bereits im ersten Quartal tiefe Spuren in der Bilanz. Die Bank rechnet damit, dass die harte Kernkapitalquote (CET1) um rund 460 Basispunkte sinkt. Flankiert wird dieser Rückgang von einer bilanziellen Einmalbelastung von 300 Millionen Euro aus der Neubewertung des polnischen Kreditportfolios sowie Integrationskosten von 180 Millionen Euro.
Gegenwind aus Washington und Frankfurt
Zu den internen Umbaukosten gesellen sich externe Risikofaktoren. Die ab Anfang April greifenden US-Importzölle zwingen Analysten bereits zur Überarbeitung der Wachstumsprognosen für die gesamte CEE-Region, dem Kernmarkt der Erste Group.
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Parallel dazu liefert das Zinsumfeld widersprüchliche Signale. Während der aktuelle EZB-Leitzins von 2,0 Prozent die Zinsmarge der Bank stützt, macht die auf 2,6 Prozent angehobene Inflationsprognose der Notenbank baldige Zinssenkungen unwahrscheinlich.
Operatives Fundament bleibt stabil
Trotz der dichten Nachrichtenlage und der bilanziellen Einmaleffekte hält das Management an seinen Zielen fest. Das solide Fundament aus dem Vorjahr, in dem das Kreditvolumen auf 232 Milliarden Euro kletterte und der Zinsüberschuss auf 7,8 Milliarden Euro stieg, dient dabei als Puffer.
Für das laufende Jahr rechnet die Bank mit einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie um mehr als 20 Prozent und einer Eigenkapitalrendite von rund 19 Prozent. Die anstehende Zahlenvorlage am 30. April wird den ersten konkreten Beleg liefern, ob die Erträge aus dem polnischen Markt die hohen Integrationskosten wie geplant zeitnah kompensieren.
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