Auf der CERAWeek-Konferenz in Houston hat Equinor-CEO Anders Opedal diese Woche die strategischen Prioritäten des Konzerns skizziert — von einem milliardenschweren Tiefseeprojekt in Kanada bis zur Frage der europäischen Gasversorgung. Gleichzeitig veröffentlichte das Unternehmen die Ergebnisse einer internen Sicherheitsuntersuchung.
Bay du Nord: Investitionsentscheidung 2027 im Visier
Das 14-Milliarden-Dollar-Projekt Bay du Nord vor der Küste Neufundlands nimmt Fahrt auf. Opedal bestätigte in Houston, dass die finale Investitionsentscheidung (FID) für 2027 angestrebt wird — mit Produktionsstart rund fünf Jahre danach. Das Feld könnte bis zu 160.000 Barrel pro Tag fördern.
Rückenwind kommt aus der kanadischen Politik: Die Provinz Neufundland und Labrador hat sich mit Equinor auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das das lange verzögerte Projekt wieder auf Kurs bringt. Die Provinz erhält zudem die Option, bis zu 10 % Eigenkapital zu übernehmen. Equinor hält 60 % am Projekt, BP die restlichen 40 %.
Vor der FID steht noch die Fertigstellung des Front-End-Engineering-and-Design-Prozesses (FEED) an, inklusive Kostenverfeinerung und Vertragsstrategien.
Europas Gas — ohne Russland
Auf die Frage nach einer möglichen Rückkehr russischer Gasimporte in die EU gab sich Opedal klar: Solange der Krieg gegen die Ukraine andauert, hält er eine Ausweitung russischer Lieferungen für unwahrscheinlich. Der russische Anteil an EU-Gasimporten ist von 45 % vor der Invasion 2022 auf 12 % im Jahr 2025 gefallen. US-Flüssiggas und erhöhte Lieferungen aus Norwegen haben den Großteil der Lücke geschlossen.
Equinor selbst profitiert von dieser Entwicklung: 2025 verzeichnete der Konzern eine Rekordproduktion und erwartet für das laufende Jahr ein weiteres Wachstum von rund 3 %.
Sicherheitsvorfall in Mongstad
Am gestrigen Donnerstag veröffentlichte Equinor die Ergebnisse einer internen Untersuchung zu einem Chemikalienunfall in seiner Raffinerie Mongstad vom Oktober 2025. Zwei Mitarbeiter wurden bei Wartungsarbeiten über mehrere Stunden Benzol ausgesetzt — ursprünglich war die Aufgabe auf 30 Minuten ausgelegt, eine Neubewertung des Risikos unterblieb jedoch.
Als Konsequenz führt Equinor mehrere Maßnahmen ein: Naphtha in Messinstrumenten wird durch Glykol ersetzt, um Benzol-Emissionen zu eliminieren, Atemschutzausrüstung wird stärker verfügbar gemacht, und ein dedizierter Sicherheitsingenieur übernimmt die Aufsicht über das chemische Arbeitsumfeld. Die norwegische Offshore-Aufsichtsbehörde ermittelt bereits und hat den Fall an die Polizei weitergeleitet.
Analysten drehen ihre Einschätzung
Gleich mehrere Häuser haben ihre Equinor-Bewertung zuletzt nach oben korrigiert. Morgan Stanley hob die Aktie von „Underweight“ auf „Equal Weight“ und setzte ein Kursziel von 40,40 US-Dollar. DZ Bank und UBS stuften das Papier am 20. März ebenfalls von „Strong Sell“ bzw. „Sell“ auf „Hold“ bzw. „Neutral“ hoch.
Die Aktie hat sich in den vergangenen 30 Tagen um rund 45 % verteuert und notiert nahe ihres 52-Wochen-Hochs — die Hochstufungen kommen damit zu einem Zeitpunkt, an dem ein Großteil der Kursbewegung bereits hinter dem Papier liegt.
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