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Equinor Aktie: 27 Prozent Plus über 30 Tage

Equinor verzeichnet Produktionswachstum trotz Turbinenschaden auf Plattform Johan Castberg. Die Aktie zeigt charttechnische Überkauftheit.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Turbinenausfall auf Plattform Johan Castberg
  • Produktionswachstum von sechs Prozent im Halbjahr
  • Aktie mit RSI-Wert von 72,4 überkauft
  • Kapitalrückgabeprogramm bis 2030 vorgestellt

Equinor liefert ein starkes zweites Quartal ab. Trotzdem sorgt ein Zwischenfall auf einer der wichtigsten norwegischen Plattformen für Gesprächsstoff. Die Aktie ist in den vergangenen Wochen kräftig gestiegen, jetzt mehren sich technische Warnsignale.

Am Freitag schloss das Papier bei 35,33 Euro, ein Minus von 1,59 Prozent. Auf Wochensicht bleibt trotzdem ein Plus von 8,18 Prozent stehen. Über 30 Tage hat die Aktie sogar 27,27 Prozent zugelegt.

Turbinenschaden bei Johan Castberg

Beim Earnings Call räumte das Management ein technisches Problem beim Flaggschiff-Feld Johan Castberg ein. Turbinen und Abwärmesysteme fielen aus, die Reparatur dauerte 18 Tage. Die Produktion lief Mitte Juli wieder an.

Der Ausfall hinterlässt Spuren. Equinor rechnet im laufenden Quartal mit einem Produktionsausfall von rund 14.000 Barrel pro Tag. Das Management erwartet zudem, dass die Auswirkungen im dritten Quartal stärker spürbar sein werden als im zweiten – der Ausfall reichte bis in den Juli hinein.

Trotzdem bleibt der Ausblick für das Feld positiv. Ursprünglich hatte Equinor für das laufende Jahr einen Produktionsrückgang von 10 bis 20 Prozent bei Castberg angekündigt. Nach der starken Entwicklung der vergangenen Monate rechnet der Konzern nun eher mit dem unteren Ende dieser Spanne.

Wachstum übertrifft die eigene Prognose

Der Ausfall bei Castberg ändert wenig am großen Bild. International trieben vor allem die Felder Adura in Großbritannien und Bacalhau in Brasilien das Wachstum an. Sie glichen den Rückgang durch die reduzierte Beteiligung an Peregrino und den Verkauf der argentinischen Onshore-Assets mehr als aus.

In Summe wuchs die Produktion im ersten Halbjahr 2026 um 6 Prozent. Das liegt deutlich über der ursprünglichen Jahresprognose von 3 Prozent Wachstum. Diese Prognose wirkt inzwischen konservativ.

Im zweiten Quartal produzierte der Konzern insgesamt 2,17 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag – drei Prozent mehr als im Vorjahr. Der norwegische Flüssigkeitsanteil stieg auf 690.000 Barrel pro Tag, der Gasanteil auf 724.000 Barrel pro Tag.

Charttechnik zeigt Überhitzung

Der schnelle Kursanstieg hat Equinor technisch überkauft. Der 14-Tage-RSI liegt bei 72,4 – ein Wert, der klassisch auf eine Übertreibung hindeutet. Die Aktie notiert 14,08 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt und sogar 33,26 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt.

Die jährliche Volatilität von knapp 41 Prozent signalisiert, dass die Schwankungen anhalten dürften. Der Markt verarbeitet gerade zwei gegenläufige Signale gleichzeitig: den starken Gewinnbericht und den operativen Rückschlag bei Castberg.

Kapitalrückgaben als Anker

Die Zahlen fallen in eine Phase, in der Equinor sein Kapitalrückgabeprogramm neu aufgestellt hat. Beim Capital Markets Day kündigte der Konzern organische Investitionen von rund 12 Milliarden Dollar für den Zeitraum 2026 bis 2030 an. Der freie Cashflow nach Investitionen und Leasingzahlungen soll in dieser Zeit über 40 Milliarden Dollar erreichen.

Ab 2027 plant Equinor jährliche Aktienrückkäufe von 2 bis 4 Milliarden Dollar. Die Basis dafür bilden Ölpreise zwischen 60 und 80 Dollar je Barrel sowie europäische Gaspreise zwischen 7 und 11 Dollar je MMBtu.

Der quantifizierte Ausfall bei Castberg und die anziehenden internationalen Wachstumsfelder liefern damit ein gemischtes Bild für das dritte Quartal. Ob die überkaufte Charttechnik zu einer Verschnaufpause führt oder die fundamentale Stärke den Kurs weiter trägt, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen.

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Diskussion zu Equinor

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.