EQT baut sein Infrastruktur-Portfolio im hohen Norden um. Mit dem Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an Nordic Ferry Infrastructure sichert sich der Finanzinvestor frisches Kapital in dreistelliger Millionenhöhe. Während die Mehrheit beim Unternehmen bleibt, rücken strategische Partner an die Seite des skandinavischen Fährriesen.
Rund 510 Millionen Euro fließen durch die Veräußerung des 30-prozentigen Anteils in die Kassen. Käufer ist ein Konsortium unter der Führung von Gotlandsbolaget, dem sich auch Interogo Infrastructure und Lægernes Pension angeschlossen haben. Nordic Ferry Infrastructure (NFI) betreibt mit 101 Schiffen auf 59 Routen ein zentrales Verkehrsnetz in Schweden, Dänemark und Norwegen.
Investitionen in die grüne Flotte
Hinter dem Teilverkauf steckt ein klarer Plan. Die Erlöse sollen direkt in die strategische Weiterentwicklung von NFI fließen. Vor allem die Dekarbonisierung der maritimen Flotte steht dabei im Mittelpunkt, um den Betrieb nachhaltiger zu gestalten. EQT nutzt den Schritt, um Kapital zu recyceln und gleichzeitig die operative Expansion des Netzwerks voranzutreiben, das jährlich mehr als 25 Millionen Passagiere befördert.
Marktbeobachter warnen vor Verschiebungen
Allerdings sorgt die Zusammensetzung des Käuferkonsortiums für Gesprächsstoff unter Analysten. Da mit Gotlandsbolaget ein direkter Branchenteilnehmer einsteigt, stellen sich Fragen zur künftigen Wettbewerbssituation auf den nordischen Fährrouten. Marktbeobachter prüfen genau, ob diese neue Konstellation das Gleichgewicht in der Region dauerhaft verändern könnte.
Bevor der Deal endgültig vollzogen werden kann, müssen die zuständigen Regulierungsbehörden ihre Zustimmung geben. Anleger reagierten am Freitag zunächst zurückhaltend; die Aktie schloss mit einem Minus von 1,34 % bei 50,16 Euro. Trotz der jüngsten Konsolidierung verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Plus von 9,93 % und hält damit den positiven Trend des laufenden Jahres aufrecht.
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