Das US-Rohstoffunternehmen Energy Fuels hat im zweiten Quartal 2026 eine signifikante Beschleunigung seines operativen Geschäfts verzeichnet. Getrieben durch eine massive Ausweitung der Uranverkäufe und die fortschreitende Transformation zu einem integrierten Produzenten kritischer Mineralien, meldete das Unternehmen einen Umsatzsprung, der die Vorjahreswerte weit hinter sich lässt.
Die strategische Neuausrichtung wird dabei insbesondere durch den Ausbau der White-Mesa-Mühle und die Integration von Kapazitäten im Bereich der Seltenen Erden vorangetrieben.
Rekordwachstum im Uran-Segment
Im zweiten Quartal 2026 kletterten die Umsatzerlöse von Energy Fuels auf 25,1 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 496 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Maßgeblich für diesen Zuwachs waren Uranverkäufe in Höhe von 310.000 Pfund U3O8, für die das Unternehmen einen durchschnittlich realisierten Preis von 80,48 US-Dollar pro Pfund erzielte. Für das gesamte erste Halbjahr 2026 summierten sich die Einnahmen auf 61 Millionen US-Dollar, was einem Plus von 189 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Das Unternehmen verfügt über sechs langfristige Lieferverträge mit US-Energieversorgern, die den Zeitraum von 2026 bis 2032 abdecken. Trotz der starken operativen Zahlen führen die Analysten von Zacks die Aktie derzeit mit einem „Strong Sell“-Rating. Energy Fuels hält zum Ende des Berichtszeitraums Vorräte von insgesamt 2,265 Millionen Pfund Uran, wovon 1,64 Millionen Pfund bereits in verkaufsfertiger Form vorliegen.
White Mesa als zentraler Produktionsstandort
Die White-Mesa-Mühle in San Juan County bleibt das operative Herzstück. Als einzige konventionelle Uranmühle in den USA verarbeitete die Anlage im ersten Halbjahr 1,7 Millionen Pfund U3O8. Im ersten Quartal 2026 entfielen von der gesamten US-Produktion, die sich auf 1,04 Millionen Pfund belief, allein 788.000 Pfund auf White Mesa. Dies unterstreicht die marktbeherrschende Stellung des Standorts, der rund 76 Prozent der nationalen Produktion abdeckte.
Für das Gesamtjahr 2026 gibt das Management eine klare Prognose aus: Geplant ist der Abbau von 2 bis 2,5 Millionen Pfund Uran, während die Verarbeitungsmengen zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Pfund liegen sollen.
Die Verkaufsziele für das laufende Jahr bewegen sich in einer Spanne von 1,5 bis 2 Millionen Pfund. Dieser Ausbau erfolgt vor dem Hintergrund eines massiven Inlandsbedarfs in den USA, der die landesweite Produktion des Jahres 2025 von 2,1 Millionen Pfund bei weitem überstieg.
Expansion in Seltene Erden und Magnetmaterialien
Parallel zum Urangeschäft treibt Energy Fuels die Gewinnung Seltener Erden voran. Die White-Mesa-Mühle, die bereits seit 46 Jahren in Betrieb ist, wurde hierfür technologisch erweitert.
In Zusammenarbeit mit dem Partner Vulcan Elements ist die Produktion von 1.000 Tonnen NdPr-Oxid pro Jahr (tpa) geplant. Hinzu kommen Zielgrößen für schwere Seltene Erden, darunter 20 Tonnen Terbium und 120 Tonnen Dysprosium jährlich.
Vor rund zwei Wochen erreichte das Unternehmen bereits die Qualifizierung seines Terbiumoxids für einen Magnethersteller, was einen wichtigen Meilenstein in der Lieferkette markiert.
Die vertikale Integration wurde zudem durch die im Juni vereinbarte Übernahme der Vacuumschmelze für 1,9 Milliarden US-Dollar gestärkt, deren Abschluss für Anfang 2027 erwartet wird. Dieser Schritt zielt darauf ab, eine von China unabhängige Produktionskette für Permanentmagnete in den USA und Europa aufzubauen.
An der Börse notierte das Papier gestern zum Handelsende bei 12,36 Euro. Damit liegt der Kurs aktuell etwa 5,1 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 11,75 Euro. Im Vergleich zum 52-Wochen-Hoch bei 24,25 Euro weist die Aktie jedoch noch einen deutlichen Abstand von 49 Prozent auf.
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