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Eli Lilly Aktie: Wettbewerb schärft Vorsprung

Phase-3-Studien zu Retatrutide zeigen überlegene Gewichtsverluste. Analysten bestätigen positive Bewertungen, während politische Risiken in Deutschland bestehen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Retatrutide mit überzeugenden Studienergebnissen
  • Analysten bekräftigen Kaufempfehlungen
  • Wettbewerber bleiben hinter Lilly zurück
  • Investitionskürzung in Deutschland geplant

Wer geglaubt hatte, der Adipositas-Markt könnte Eli Lilly unter Druck setzen, bekam beim diesjährigen American Diabetes Association-Kongress in New Orleans eine andere Antwort. Je mehr Konkurrenten auftauchen, desto klarer wird: Das Rennen um die nächste Generation von Gewichtsverlust-Medikamenten läuft derzeit auf eine Richtung hinaus.

Retatrutide setzt den Maßstab

Im Mittelpunkt standen die detaillierten Daten aus den Phase-3-Studien zu Retatrutide. Die wöchentliche Injektion erzielte in der 4-mg-Dosierung einen Gewichtsverlust von rund 17 Prozent — bei der 12-mg-Dosis waren es etwa 30 Prozent, bei einem Sicherheitsprofil vergleichbar mit Placebo. Kein anderes Medikament, weder auf dem Markt noch in der Pipeline, kommt derzeit an diese Werte heran.

RBC-Analyst Trung Huynh fasste es treffend zusammen: „Die Messlatte bewegt sich immer höher.“ Analysten von Bernstein SocGen, Truist Securities und Morgan Stanley bekräftigten ihre positiven Ratings. Die Kursziele liegen zwischen 1.300 und 1.344 Dollar.

Der Markt reagierte: Die Lilly-Aktie schloss am ersten Handelstag nach dem Kongress 1,6 Prozent im Plus — während Novo Nordisk 4,2 Prozent verlor und auch Roche, Pfizer sowie Zealand Pharma Abschläge hinnehmen mussten.

Mehr Wettbewerber, mehr Marktsegmente

Roche präsentierte mit Enicepatide Daten aus einer mittelgroßen Studie, die einen Gewichtsverlust von 22,7 Prozent zeigten. AstraZeneca will sein orales GLP-1-Präparat Elecoglipron zur Grundlage einer breiteren Adipositas-Strategie machen. Pfizer testet mit Berobenatide eine monatliche Injektionslösung — was auf eine Marktreife deutlich hinter Lillie liegen dürfte.

Das eigentliche Differenzierungsmerkmal ist jedoch die Verträglichkeit. Übelkeit und Magenbeschwerden treffen bei manchen GLP-1-Präparaten bis zu 40 Prozent der Patienten. Lilly arbeitet mit Eloralintide an einer amylin-basierten Alternative — genau für jene 5 bis 10 Prozent der Patienten, die ein anderes Profil benötigen, wie Kenneth Custer, Präsident von Lilly Cardiometabolic Health, erklärte.

Deutschland als politisches Risiko

Parallel zum wissenschaftlichen Triumph gibt es eine Baustelle: In Deutschland hat Lilly angekündigt, seine ursprünglich auf 2,3 Milliarden Euro geplante Investition in Rheinland-Pfalz erheblich zu reduzieren — Reaktion auf das geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz mit schärferen Preisregeln für Arzneimittel. SPD-Gesundheitspolitiker fordern nun Nachbesserungen und wollen Unternehmen, die in Deutschland forschen und produzieren, beim Herstellerrabatt besserstellen.

Ob das reicht, Lilly umzustimmen, hängt vom weiteren Gesetzgebungsverfahren ab. Ein konkreter Zeitplan für den parlamentarischen Abschluss steht noch nicht fest.

Neben dem politischen Gegenwind in Europa gibt es auch eine FDA-Zulassung mit praktischem Wert: Das Hautmittel Ebglyss (Lebrikizumab) darf nun im Acht-Wochen-Intervall verabreicht werden — statt bisher monatlich. Für Patienten mit moderater bis schwerer atopischer Dermatitis bedeutet das nur noch sechs Wartungsinjektionen pro Jahr, ohne neue Sicherheitssignale aus der Verlängerungsstudie.

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