Eli Lilly steht zu Wochenbeginn gleich doppelt im Rampenlicht: Auf der J.P. Morgan Healthcare Conference skizziert das Management seine Pläne für 2026, parallel treiben Übernahmen, Blockbuster-Medikamente und milliardenschwere Investitionen die Story voran. Im Zentrum stehen dabei die nächste Ausbaustufe der Adipositas-Therapien und der Einstieg ins Rennen um orale GLP‑1-Medikamente. Wie viel Wachstumsfantasie ist im aktuellen Kurs noch eingepreist?
Konferenzauftritt und strategische Weichenstellung
Heute startet die 44. J.P. Morgan Healthcare Conference, eine der wichtigsten Branchenveranstaltungen des Jahres. Eli-Lilly-CEO David Ricks tritt dort morgen zu einem „fireside chat“ auf und dürfte Investoren einen Einblick geben, wie sich das Unternehmen 2026 positionieren will. Aussagen zu Pipeline, Kapazitätsausbau und Margen könnten den Ton für die kommenden Monate setzen.
Im Vorfeld der Konferenz meldete der Konzern eine strategische Übernahme: Für 1,2 Milliarden US‑Dollar kauft Lilly Ventyx Biosciences. Der Deal erweitert das Portfolio um mehrere Wirkstoffkandidaten für orale Therapien gegen entzündlich vermittelte Erkrankungen. Damit
- stärkt der Konzern seine Fähigkeiten im Bereich chronischer Entzündungen,
- ergänzt die bestehende Pipeline jenseits der bekannten Stoffwechselmedikamente
- und reduziert die Abhängigkeit vom dominierenden Diabetes- und Adipositas-Geschäft.
Strategisch zielt Lilly damit klar darauf ab, den aktuellen GLP‑1-Erfolg in eine breiter aufgestellte, langfristige Wachstumsstory zu überführen.
Tirzepatid als Umsatzmotor
Das Schwergewicht im Portfolio bleibt vorerst Tirzepatid, vermarktet als Mounjaro (Typ‑2‑Diabetes) und Zepbound (Adipositas). In den ersten neun Monaten 2025 erzielte das Medikament 24,8 Milliarden US‑Dollar Umsatz und hat damit Mercks Keytruda bereits als umsatzstärkstes Medikament der Welt abgelöst.
Analystenschätzungen sehen die Tirzepatid-Erlöse bis 2030 auf bis zu 62 Milliarden US‑Dollar steigen. Entsprechend ambitioniert fallen die Gesamtprognosen aus: Für 2026 werden Konzernerlöse von 75 Milliarden US‑Dollar erwartet. Die aktuelle Kursstärke spiegelt damit klar die Überzeugung wider, dass Tirzepatid über Jahre ein tragender Wachstumstreiber bleibt.
Pipeline mit weiteren Blockbuster-Kandidaten
Parallel liefert die klinische Pipeline mehrere starke Signale, die Lillys Position im Wettbewerb um Stoffwechsel- und Entzündungstherapien untermauern:
- Retatrutid: In Phase‑3‑Studien erzielte der Wirkstoff bei der höchsten Dosis eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von 28,7 %. Ein solches Ergebnis gilt in der Branche als bislang unerreicht und deutet auf erhebliches kommerzielles Potenzial hin.
- Orforglipron: Der orale GLP‑1-Kandidat hat Phase‑3-Studien erfolgreich abgeschlossen. Zusätzlich erhält Lilly ein Priority-Review-Ticket, das die FDA-Prüfzeit auf nur ein bis zwei Monate verkürzen kann – ein deutlicher Zeitvorteil im Rennen um die ersten Adipositas-Tabletten.
- TOGETHER-PsA-Studie: Die Kombination aus Taltz und Zepbound erreichte den primären Endpunkt bei Patienten mit psoriatischer Arthritis und Adipositas. Das eröffnet perspektivisch zusätzliche Indikationsfelder und stärkt die Brücke zwischen Immunologie und Stoffwechseltherapien.
Diese Datenpunkte nähren die Erwartung, dass Lilly nicht nur von einem einzelnen Blockbuster lebt, sondern eine ganze Generation neuer Produkte nachschiebt.
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Wettlauf um orale GLP‑1-Therapien
2026 dürfte zum Schlüsseljahr für Adipositas-Pillen werden. Konkurrent Novo Nordisk hat in den USA bereits eine orale Version von Wegovy auf den Markt gebracht und damit den Startschuss gegeben. Lilly setzt dem Orforglipron entgegen: Mit einer möglichen FDA-Zulassung bis Ende Februar könnte das Unternehmen schnell direkt in dieses Segment einsteigen.
Citi-Analysten betonen, dass beide Konzerne parallel Marktanteile gewinnen können. Grund ist die enorme Zahl potenzieller Patienten, die bislang nicht versorgt werden. Für Lilly bedeutet das: Der adressierbare Markt wächst so stark, dass der Wettbewerb eher ein Verteilungskampf in einem schnell wachsenden Kuchen als ein Nullsummenspiel ist.
Bewertung und Marktstellung
Trotz des starken Laufs der vergangenen Monate bleibt die Aktie hoch bewertet. Der Titel wird aktuell mit dem rund 33‑fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, während der Sektor im Schnitt auf etwa 18,2 kommt. Der Bewertungsaufschlag fußt auf mehreren Faktoren:
- eine Marktkapitalisierung nahe der Marke von 1 Billion US‑Dollar,
- ein PEG‑Ratio um 0,97, was das Wachstum in das Bewertungsbild einbezieht,
- ein für 2026 erwarteter Nettogewinn von 28,2 Milliarden US‑Dollar,
- eine 52‑Wochen-Spanne von 623,78 bis 1.133,95 US‑Dollar je Aktie.
Bank of America Securities bleibt bei der Kaufempfehlung, hat das Kursziel jedoch leicht von 1.286 auf 1.268 US‑Dollar reduziert – ein Feintuning, das eher die bereits gelaufene Kursrally als einen Bruch der Investmentthese widerspiegelt.
Kursseitig notiert die Aktie mit 1.063,56 US‑Dollar nur wenige Prozent unter ihrem jüngsten Jahreshoch und hat sich in den vergangenen 30 Tagen deutlich zweistellig nach oben bewegt – ein Hinweis darauf, wie stark der Markt die aktuellen Wachstumsperspektiven einpreist.
Milliarden für neue Produktionskapazitäten
Damit die Wachstumspläne nicht an Lieferengpässen scheitern, baut Lilly seine Fertigung massiv aus. Jüngster Baustein ist ein geplanter Produktionsstandort in Huntsville, Alabama, mit einem Investitionsvolumen von 6 Milliarden US‑Dollar. Dort sollen künftig vor allem kleine synthetische Moleküle und Peptid-Medikamente produziert werden, darunter auch Orforglipron.
Der Standort ist bereits die dritte von insgesamt vier neuen US‑Produktionsanlagen im Rahmen der Expansionsinitiative bis 2025 und soll 3.450 Arbeitsplätze schaffen. Für Investoren ist das ein klares Signal: Der Konzern richtet seine Infrastruktur gezielt darauf aus, die erwarteten Absatzmengen bei GLP‑1-Therapien und weiteren Pipeline-Produkten über Jahre hinweg bedienen zu können.
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