Die Aktie von Eli Lilly verlor am Donnerstag sechs Prozent an Wert. Der Auslöser: Das Online-Gesundheitsunternehmen Hims and Hers Health kündigte an, eine deutlich günstigere Version des Abnehmmittels Wegovy anzubieten – und zwar als Pille. Damit greift das Unternehmen nicht nur Novo Nordisk frontal an, sondern auch Eli Lilly, das im zweiten Quartal seine eigene Abnehmpille auf den Markt bringen will.
Hims bietet seine kompoundierte Variante des Wirkstoffs Semaglutid für zunächst 49 Dollar pro Monat an. Nach der Einführungsphase kostet das Präparat 99 Dollar monatlich bei einem Fünf-Monats-Abo mit Vorauszahlung. Novo Nordisk plant hingegen, seine originale Wegovy-Pille für 199 Dollar pro Monat zu verkaufen – ohne Abo-Verpflichtung.
Aggressive Preisstrategie trifft empfindlich
Die Ankündigung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt für beide etablierten Pharmariesen. Novo Nordisk hatte erst am Mittwoch vor einem beispiellosen Preisdruck bei seinen Abnehmmitteln gewarnt und seine Jahresprognose gesenkt. Die Aktie des dänischen Konzerns brach am Donnerstag um 8,6 Prozent ein und fiel auf den tiefsten Stand seit Juli 2021.
Für Eli Lilly verschärft sich die Wettbewerbssituation zusätzlich. Das Unternehmen aus Indianapolis hatte gehofft, mit seiner eigenen oralen Version im zweiten Quartal von der wachsenden Nachfrage nach Abnehmpillen profitieren zu können. Nun muss der Konzern befürchten, dass Hims bereits einen bedeutenden Marktanteil erobert hat, bevor das eigene Produkt überhaupt verfügbar ist.
Rechtliche Auseinandersetzung vorprogrammiert
Novo Nordisk kündigte umgehend rechtliche Schritte gegen Hims an. Nur der dänische Konzern könne die Wegovy-Pille mit seiner einzigartigen Technologie verkaufen, die die Aufnahme des Wirkstoffs ermöglicht, argumentierte Sprecherin Ambre James-Brown. Hims betreibe „illegale Massenproduktion kompoundierter Medikamente“, die ein erhebliches Risiko für die Patientensicherheit darstelle.
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Hims-Chef Andrew Dudum konterte, sein Unternehmen biete lediglich maßgeschneiderte Behandlungen für Patienten an, die Nebenwirkungen vermeiden oder eine Pille gegenüber einer Spritze bevorzugen. Die FDA erlaubt Kompoundierung in den USA, wenn Medikamente für einzelne Patienten personalisiert werden – eine Praxis, die auch bei verfügbaren Markenmedikamenten floriert.
Patentanwalt Gaston Kroub sieht in Hims‘ Strategie einen bewussten Test der Grenzen: „Das Unternehmen hat gezeigt, dass es bereit ist, so nah wie möglich an die Linie zu gehen.“ Die FDA hatte Hims im September bereits wegen irreführender Marketingaussagen verwarnt.
Für Eli Lilly bedeutet die Entwicklung einen doppelten Druck: Einerseits durch aggressive Billiganbieter wie Hims, andererseits durch den direkten Wettbewerb mit Novo Nordisk um die lukrative Abnehmpillen-Sparte. Der Markt für GLP-1-Medikamente gilt als einer der vielversprechendsten im Pharmasegment – doch die Gewinnmargen geraten zunehmend unter Druck.
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