Besser als erwartete Quartalszahlen und ein angehobener Umsatzausblick haben Eli Lilly am Freitag ein Kursplus von 3,0% beschert. Die am Donnerstag veröffentlichten Ergebnisse lieferten den Anlass für die Rally. Allerdings fällt das Bild nicht durchweg positiv aus: Während das Unternehmen mehr Umsatz erwartet, senkte es die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie.
Höherer Umsatz, niedrigerer Gewinnausblick
Im dritten Quartal 2026 erzielte Eli Lilly einen Umsatz von 24,4 Milliarden $. Der bereinigte Gewinn betrug 7,48 $ je Aktie. Beide Kennzahlen übertrafen die Erwartungen.
Für Anleger liegt die entscheidende Einschränkung im Ausblick. Die Umsatzdynamik geht nicht mit einer entsprechend höheren bereinigten Gewinnprognose einher. Die beiden Prognoseänderungen weisen vielmehr in unterschiedliche Richtungen.
Für 2026 erwartet Eli Lilly jetzt Erlöse zwischen 91,0 und 92,0 Milliarden $. Damit hob das Unternehmen seine bisherige Umsatzprognose an.
Beim bereinigten Ergebnis je Aktie nahm Lilly dagegen eine Kürzung vor. Der positive Umsatzimpuls ist deshalb nicht mit einer umfassenden Anhebung der Geschäftserwartungen gleichzusetzen.
Die neue Spanne für den bereinigten Gewinn je Aktie liegt bei 35,00 bis 36,00 $. Für die Einordnung der Zahlen bleibt diese Einschränkung wesentlich.
Argus hebt das Kursziel an
Die besseren Quartalsergebnisse fanden auch bei Analysten Zustimmung. Argus reagierte am Freitag mit einer höheren Zielmarke und behielt die Kaufempfehlung bei. Das Analysehaus knüpfte seine Entscheidung an das Übertreffen der Erwartungen im Quartal.
Das Kursziel stieg von 1.300 auf 1.550 $. Die Anhebung unterstreicht die positive Einschätzung von Argus nach der Zahlenvorlage, ist aber eine Analystenerwartung und kein feststehender künftiger Börsenwert.
Retatrutide liefert zusätzlichen Studienerfolg
Neben den Geschäftszahlen meldete Lilly am Donnerstag positive erste Ergebnisse der Phase-3-Studie TRANSCEND-T2D-2. Untersucht wurde Retatrutide im direkten Vergleich mit Ozempic von Novo Nordisk bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes. Damit kam zur Ergebnisvorlage eine eigenständige Nachricht aus der klinischen Entwicklung hinzu.
Nach 80 Wochen senkte Retatrutide den A1C-Wert bei beiden getesteten Dosierungen um 2,2%. Bei Ozempic betrug die Reduktion 1,8%.
Auch beim Gewichtsverlust berichtete Lilly einen Vorteil für Retatrutide. Die Ergebnisse ergänzen das operative Zahlenbild, ohne die abgesenkte Gewinnprognose aufzuheben.
Mit der 12-mg-Dosis erreichten die Teilnehmer im Durchschnitt einen Gewichtsverlust von 20,9%. In der Ozempic-Gruppe waren es 9,4%. Für Anleger stehen damit bessere Quartalszahlen, ein höherer Umsatzausblick und positive Studiendaten einer vorsichtigeren bereinigten Gewinnerwartung gegenüber.
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