Während Novo Nordisk seine Anleger zuletzt mit einer gesenkten Prognose verunsicherte, liefert der US-Rivale Eli Lilly das Gegenprogramm. Der Pharmakonzern aus Indianapolis hat am Mittwoch Quartalszahlen vorgelegt, die deutlich über dem Vorjahresniveau liegen — und die Jahresprognose gleich mit angehoben.
Abnehm-Geschäft treibt Wachstum
Der Umsatz im zweiten Quartal 2026 kletterte um 48 Prozent auf 22,974 Milliarden Dollar, nach 15,558 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Haupttreiber bleibt das Geschäft mit den Abnehm- und Diabetes-Präparaten Mounjaro und Zepbound. Der Gewinn zog parallel deutlich an: Unter dem Strich blieben 7,095 Milliarden Dollar beziehungsweise 7,94 Dollar je Aktie hängen, verglichen mit 5,661 Milliarden Dollar im Vorjahr.
Bereinigt um Sonderposten kam Eli Lilly auf 8,38 Dollar je Aktie — ein Plus von 33 Prozent. Diese bereinigte Kennzahl trug allerdings auch Belastungen von 3,03 Dollar je Aktie aus zugekauften Forschungs- und Entwicklungsprojekten, weit mehr als die 0,14 Dollar im Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einem Umsatz zwischen 85 und 87 Milliarden Dollar sowie einem bereinigten Gewinn je Aktie von 35,50 bis 36,50 Dollar.
Zukäufe und Pipeline nehmen Fahrt auf
Auf der Zulassungsseite kann Lilly gleich mehrere Erfolge vermelden. Die US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigte Ebglyss für eine Erhaltungsdosis alle acht Wochen bei mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis, die EU-Kommission ließ Jaypirca als Monotherapie bei chronischer lymphatischer Leukämie über alle Therapielinien hinweg zu. Zusätzlich reichte das Unternehmen den Zulassungsantrag für orforglipron bei Typ-2-Diabetes in den USA ein.
Beim nächsten großen Hoffnungsträger, dem Adipositas-Wirkstoff retatrutide, meldete Lilly positive Daten aus drei weiteren Phase-3-Studien. Das Datenpaket für globale Zulassungen bei Adipositas, obstruktiver Schlafapnoe und Knie-Arthrose-Schmerzen gilt damit als komplett — die Einreichung bei der FDA ist für das erste Quartal 2027 geplant.
Auf der Übernahmeseite schloss der Konzern im zweiten Quartal die Zukäufe von Orna Therapeutics, Ajax Therapeutics, Centessa Pharmaceuticals und Kelonia Therapeutics ab. Nach Quartalsende folgten drei weitere Übernahmen zum Aufbau eines Infektionskrankheiten-Portfolios sowie eine Vereinbarung zur Übernahme von AtaiBeckley. Parallel dazu steckt Lilly zusätzliche 4,5 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner Produktionsstandorte in Indiana.
Mit der angehobenen Jahresprognose und dem nahezu abgeschlossenen retatrutide-Datenpaket setzt sich Lilly klare Marken für die kommenden Quartale. Die geplante FDA-Einreichung im ersten Quartal 2027 dürfte zeigen, ob der nächste Wachstumsschub aus der Adipositas-Pipeline tatsächlich folgt.
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