Eli Lilly wächst operativ stärker als erwartet, senkt aber wegen übernahmebezogener Forschungskosten die bereinigte Gewinnprognose. Für 2026 stellt das Unternehmen seit heute einen Umsatz von 91–92 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Beim bereinigten Gewinn erwartet Lilly nun 35–36 US-Dollar je Aktie. Damit gehen Umsatz- und Gewinnausblick auf den ersten Blick in unterschiedliche Richtungen.
Entscheidend ist die Ursache dieser Abweichung: Das Geschäft entwickelt sich besser als zuvor angenommen. Die zusätzlichen Kosten aus Übernahmen übersteigen jedoch die Verbesserung der zugrunde liegenden Gewinnerwartung. Für Anleger ist deshalb die Unterscheidung zwischen operativer Entwicklung und Akquisitionsbelastungen zentral.
Forschungskosten überlagern operative Verbesserung
Die bisherige bereinigte Gewinnprognose lag bei 35,50–36,50 US-Dollar je Aktie. Laut Reuters belasten erworbene Forschungskosten den Ausblick mit 4,57 US-Dollar je Aktie. Die zugrunde liegende Prognoseverbesserung am Mittelpunkt beträgt dagegen 4,07 US-Dollar je Aktie.
Reuters zufolge stammen die Kosten vor allem aus den Übernahmen von AtaiBeckley und Curevo. Die gesenkte Gewinnspanne signalisiert damit keine schwächere Einschätzung des laufenden Geschäfts. Sie zeigt vielmehr, wie stark die Transaktionen den ausgewiesenen Ausblick beeinflussen.
Auch im dritten Quartal 2026 waren diese Aufwendungen bereits enthalten. Dennoch erreichte der bereinigte Gewinn 7,48 US-Dollar je Aktie und übertraf die von Reuters genannte Erwartung von 6,26 US-Dollar.
Der Gewinnvergleich fällt damit trotz der Belastung positiv aus. Die Übernahmekosten erklären zugleich, weshalb die kräftige Umsatzentwicklung nicht im gleichen Maß auf den bereinigten Jahresgewinn durchschlägt.
Absatzwachstum trifft auf sinkende Preise
Der Quartalsumsatz stieg um 39% auf 24,4 Milliarden US-Dollar. Das weltweite Absatzvolumen legte um 53% zu.
Damit war die Mengenausweitung der zentrale Wachstumstreiber. Allerdings sank das realisierte Preisniveau. Für die Einordnung der Geschäftsdynamik reicht der Blick auf die Erlöse deshalb nicht aus: Lilly verkauft deutlich mehr, erzielt dabei aber niedrigere Preise.
Nach Angaben von Reuters gingen die realisierten Preise weltweit um 15% zurück. In den USA betrug das Minus 7%, außerhalb der USA 29%.
Diese Entwicklung begrenzt den Umsatzeffekt des starken Absatzwachstums. Die angehobene Jahresprognose steht somit nicht für steigende Preise, sondern vor allem für die Stärke der verkauften Mengen.
Mounjaro erzielte im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 10,72 Milliarden US-Dollar. Bei Zepbound waren es 5,35 Milliarden US-Dollar.
Beide Produkte trugen maßgeblich zum Wachstum bei. Nicht alle Produkte erfüllten allerdings die Erwartungen: Foundayo blieb hinter den Schätzungen zurück und setzt damit einen Gegenpunkt zur starken Entwicklung der beiden großen Umsatzträger.
Laut Reuters erreichte Foundayo einen Quartalsumsatz von 184 Millionen US-Dollar. Analysten hatten 216,86 Millionen US-Dollar erwartet.
Positive Sondereffekte relativieren das Rekordquartal
Neben dem Absatzwachstum halfen positive Effekte beim Quartalsumsatz. Anleger sollten diese von der Entwicklung unterscheiden, die sich im laufenden Geschäft wiederholen kann.
Lilly beziffert die positiven Umsatzeffekte auf rund 900 Millionen US-Dollar. Darin enthalten waren 410 Millionen US-Dollar aus Jardiance-Meilensteinen. Weitere solche Meilensteine erwartet das Unternehmen nicht.
Das schmälert nicht die operative Stärke, begrenzt aber die einfache Fortschreibung des Quartalsergebnisses. Das Gesamtbild bleibt zweigeteilt: Mounjaro und Zepbound treiben die Erlöse, während niedrigere Preise und übernahmebezogene Forschungskosten die Ergebnisentwicklung belasten.
Die Aktie gewinnt heute 3,5%. Damit fällt die Marktreaktion trotz der niedrigeren bereinigten Gewinnprognose positiv aus. Maßgeblich für die Einordnung bleibt, dass Lilly seine zugrunde liegende Gewinnerwartung verbessert hat – auch wenn die Akquisitionskosten diese Anhebung im Jahresausblick mehr als aufzehren.
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