Eli Lilly setzt seine Expansion jenseits von Diabetes- und Adipositas-Medikamenten konsequent fort. Mit der Übernahme von Ventyx Biosciences und einer neuen Partnerschaft im Bereich Onkologie baut der US-Pharmakonzern seine Pipeline in Immunologie und Krebsforschung deutlich aus. Für Anleger stellt sich damit vor allem eine Frage: Gelingt es Lilly, seine Abhängigkeit von GLP‑1-Blockbustern frühzeitig zu verringern?
Ventyx-Übernahme stärkt Immunologie
Der zentrale Schritt ist die nun bestätigte Übernahme von Ventyx Biosciences in einem reinen Bargeschäft über rund 1,2 Milliarden US‑Dollar. Eli Lilly zahlt 14 US‑Dollar je Ventyx-Aktie und damit einen Aufschlag von etwa 62 Prozent auf den 30‑Tage-Durchschnittskurs – ein deutliches Signal, wie hoch der Konzern das Ziel einpreist.
Hintergrund: Ventyx bringt ein Portfolio oraler NLRP3-Inhibitoren ein, die für chronische Entzündungserkrankungen entwickelt werden. Dazu zählen insbesondere Phase‑II-Projekte gegen wiederkehrende Perikarditis und weitere entzündliche Krankheitsbilder. Aus Sicht des Managements soll die Transaktion, vorbehaltlich der Genehmigungen, in der ersten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.
Für Eli Lilly ist das mehr als ein Zukauf: Die Immunologie-Sparte wird um Wirkmechanismen ergänzt, die in mehreren Indikationen einsetzbar sein könnten. Analysten deuten die gezahlte Prämie daher als strategisches Investment in künftige Wachstumstreiber, nicht als reinen Pipeline-Füller.
Kooperation in der Onkologie
Parallel zur Ventyx-Übernahme treibt Eli Lilly den Ausbau seiner Onkologie-Pipeline voran. Dazu wurde eine Kooperation mit InduPro Therapeutics vereinbart, die auf neue Krebsmedikamente zielt. Das Abkommen sieht erfolgsabhängige Zahlungen von bis zu 950 Millionen US‑Dollar vor.
Im Kern verfolgt der Konzern damit drei strategische Ziele:
- Ventyx-Übernahme: Rund 1,2 Milliarden US‑Dollar (14 US‑Dollar je Aktie) für den Ausbau der Immunologie.
- InduPro-Kooperation: Bis zu 950 Millionen US‑Dollar für innovative Krebstherapien.
- Pipeline-Diversifikation: Weniger Abhängigkeit von GLP‑1-Blockbustern wie Mounjaro und Zepbound.
Die Botschaft an den Markt ist klar: Lilly will seine aktuellen Erfolgsprodukte nutzen, um ein breiteres, weniger zyklisches Umsatzfundament aufzubauen. Das dürfte vor allem mit Blick auf künftigen Wettbewerb im GLP‑1-Segment eine wichtige Rolle spielen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Eli Lilly?
Aktuelle Bewertung und Fundamentaldaten
An der Börse zeigen sich die Anleger bislang gelassen bis positiv. In den USA notiert die Aktie aktuell bei 1.108,09 US‑Dollar und damit exakt auf ihrem 52‑Wochen-Hoch, was die starke Kursentwicklung der vergangenen zwölf Monate unterstreicht.
Fundamental kann der Konzern den strategischen Kurs mit soliden Zahlen untermauern. Im dritten Quartal 2025 lag der Gewinn je Aktie bei 7,02 US‑Dollar und damit klar über dem Analystenkonsens von 6,42 US‑Dollar. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 53,9 Prozent auf 17,60 Milliarden US‑Dollar, maßgeblich angetrieben durch die weltweite Nachfrage nach Tirzepatid-Produkten.
Auch die Kapitalrückführung an die Anteilseigner bleibt ein Baustein der Investmentstory. Die Quartalsdividende wurde zuletzt auf 1,73 US‑Dollar je Aktie erhöht, entsprechend 6,92 US‑Dollar im Jahr. Der nächste Ex-Dividendentag ist für den 13. Februar 2026 vorgesehen, die Auszahlung soll am 10. März 2026 erfolgen. In den vergangenen fünf Jahren lag das durchschnittliche Dividendenwachstum bei rund 16 Prozent jährlich.
Analysten spiegeln diese Mischung aus Wachstum und Ausschüttungspolitik in überwiegend positiven Einschätzungen wider. Bernstein Research bestätigte nach den Übernahme-News sein „Outperform“-Rating, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 1.169 US‑Dollar.
Einordnung und Ausblick
Mit der Ventyx-Übernahme und der InduPro-Kooperation verfolgt Eli Lilly eine klar erkennbare Linie: Die derzeitigen Blockbuster im Stoffwechselbereich sollen genutzt werden, um langfristige Wachstumspfeiler in Immunologie und Onkologie aufzubauen. Die hohe Bewertung – der Markt preist das Unternehmen weiterhin mit einem üppigen Multiplikator ein – setzt allerdings voraus, dass aus den neuen Projekten in den kommenden Jahren tatsächlich umsatzrelevante Produkte werden.
Kurzfristig stützt die Kombination aus starkem operativem Wachstum, wachsender Dividende und einer gut gefüllten Pipeline die positive Stimmung rund um die Aktie. Entscheidend wird sein, wie schnell Lilly die neu eingekauften und kooperativ entwickelten Wirkstoffe durch die klinischen Phasen bringt und damit die heute bezahlten Prämien in künftige Erlösquellen umwandelt.
Eli Lilly-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Eli Lilly-Analyse vom 9. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Eli Lilly-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Eli Lilly-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Eli Lilly: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
