1.390 Rezepte in der ersten Woche. Das ist die Zahl, auf die der Markt bei Eli Lilly derzeit starrt. Das neu zugelassene Abnehm-Medikament Foundayo ist gestartet, hinkt dem Rivalen Novo Nordisk aber zunächst hinterher. Wenn der US-Pharmakonzern am 30. April seine Quartalszahlen vorlegt, rückt die Pille unweigerlich in den Mittelpunkt.
Holpriger Start für die Abnehm-Pille
Die ersten IQVIA-Daten zeigen ein verhaltenes Bild. Während Novo Nordisks Konkurrenzprodukt in den ersten vier Tagen über 3.000 Verschreibungen sammelte, brauchte Foundayo für knapp die Hälfte eine ganze Woche. Analysten warnen allerdings vor voreiligen Schlüssen. Laut der Investmentbank RBC Capital Markets lässt sich das echte kommerzielle Momentum frühestens nach acht bis zwölf Wochen seriös bewerten.
Finanziell surft das Unternehmen eigentlich auf einer Erfolgswelle. Im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz massiv auf über 65 Milliarden US-Dollar. Für 2026 peilt das Management bis zu 83 Milliarden US-Dollar an. Ein Abkommen mit dem Weißen Haus trübt das Bild. Eli Lilly liefert seine Abnehm-Medikamente zu reduzierten Preisen an US-Regierungsprogramme. Finanzchef Lucas Montarce rechnet deshalb mit einem spürbaren Preisdruck, der das Wachstum belasten dürfte.
Milliarden-Investition in Texas
Im Gegenzug für die Preiszugeständnisse sicherte sich der Konzern eine dreijährige Ausnahme von US-Zöllen. Um die langfristige Lieferfähigkeit zu garantieren, baut Eli Lilly parallel dazu seine Produktion aus. In Texas entsteht eine neue Anlage für pharmazeutische Wirkstoffe. Das Projekt kostet mehr als 6,5 Milliarden US-Dollar. Die Fertigstellung ist für das Ende des Jahrzehnts geplant.
Ein entscheidender Vorteil von Foundayo: Als kleines Molekül lässt es sich deutlich einfacher herstellen als die peptidbasierten Konkurrenzprodukte. An der Börse spiegelt sich die aktuelle Unsicherheit dennoch wider. Die Aktie notiert derzeit bei rund 767 Euro und hat seit Jahresbeginn fast 17 Prozent an Wert verloren. Vom 52-Wochen-Hoch ist das Papier mittlerweile gut 20 Prozent entfernt.
Am 30. April präsentiert der Vorstand die frischen Quartalszahlen. Investoren werden bei der Telefonkonferenz genau auf die bestätigten Umsatzprognosen achten. Ein zentraler Faktor bleibt das Hochlaufen der Foundayo-Verschreibungen. Um die Analystenschätzungen für das laufende Jahr zu erfüllen, benötigt das Medikament bis Dezember rund 5,4 Millionen Rezepte.
Stand heute, 24. Oktober: Eli Lilly – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Eli Lilly investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 24. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
