Eli Lilly konkretisiert den Zeitplan für sein nächstes Blockbuster-Medikament. CFO Lucas Montarce bestätigte auf der TD Cowen Healthcare-Konferenz am Montag, dass Orforglipron – eine orale Behandlung gegen Fettleibigkeit – bereits im zweiten Quartal 2026 in den USA auf den Markt kommen könnte. Voraussetzung ist die FDA-Zulassung. Die Aktie verlor dennoch 3,2 Prozent.
Orforglipron: Orale Alternative zu Spritzen
Das Präparat hat in klinischen Studien überzeugt. In der 52-wöchigen ACHIEVE-3-Studie reduzierte Orforglipron den HbA1c-Wert stärker als orales Semaglutid (2,2 versus 1,4 Prozent) und führte zu einem höheren Gewichtsverlust (9,2 versus 5,3 Prozent). Die Zulassungsanträge wurden in über 40 Ländern eingereicht.
Montarce stellte klar, dass nach FDA-Freigabe innerhalb einer Woche mit Auslieferungen an Patienten zu rechnen sei. Auf der Bilanz stehen bereits Vorräte im Wert von etwa 1,5 Milliarden Dollar – ein Zeichen für die erwartete globale Nachfrage. Der CFO warnte allerdings davor, diese Zahl als direkten Umsatzindikator für 2026 zu interpretieren.
GLP-1-Franchise dominiert das Wachstum
Eli Lilly profitiert massiv von seinen beiden GLP-1-Medikamenten Mounjaro und Zepbound. Die Umsätze von Mounjaro stiegen 2025 um 99 Prozent, bei Zepbound waren es sogar 175 Prozent. Beide Präparate trugen nahezu das gesamte Umsatzwachstum des vergangenen Jahres.
Das Unternehmen steigerte seinen Gesamtumsatz 2025 um 45 Prozent und prognostiziert für 2026 Erlöse zwischen 80 und 83 Milliarden Dollar. Im vierten Quartal 2025 lag der Umsatz bei 19,3 Milliarden Dollar.
Bewertungsdiskussion hält an
Mit einer Marktkapitalisierung nahe der Billion-Dollar-Marke ist Eli Lilly das wertvollste Healthcare-Unternehmen weltweit. Die Aktie hat Investoren in den vergangenen fünf Jahren Kursgewinne von über 400 Prozent beschert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 45 und die niedrige Dividendenrendite von 0,6 Prozent werfen jedoch Fragen zur Nachhaltigkeit der Bewertung auf.
Montarce räumte ein, dass Preisdruck sowohl in den USA als auch international die gesamte Pharmabranche belaste. Die Antwort des Unternehmens: Innovation und Volumenwachstum.
Ausblick: Entscheidende Monate stehen bevor
Neben Orforglipron erweitert Eli Lilly seine Pipeline kontinuierlich. Die Europäische Arzneimittelagentur empfahl kürzlich Olumiant für Jugendliche mit schwerer Alopecia areata, eine US-Entscheidung wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Zudem kauft das Unternehmen Orna Therapeutics für bis zu 2,4 Milliarden Dollar.
Die FDA-Entscheidung zu Orforglipron im zweiten Quartal wird zeigen, ob Eli Lilly seinen Vorsprung im lukrativen Markt für Adipositas-Medikamente weiter ausbauen kann. Bei einer Zulassung könnte das Unternehmen seinen bereits dominanten GLP-1-Franchise um eine orale Alternative erweitern – und damit eine Patientengruppe erreichen, die Injektionen scheut.
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