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Eli Lilly Aktie: Im Gespräch

Eli Lillys Aktie konsolidiert trotz starker GLP-1-Umsätze und einer milliardenschweren KI-Kooperation mit Nvidia. Die FDA-Entscheidung zum oralen Kandidaten im April 2026 wird zum nächsten Schlüsselmoment.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Novo Nordisk führt bei oralen GLP-1-Verschreibungen
  • Milliarden-KI-Partnerschaft mit Nvidia angekündigt
  • GLP-1-Umsätze über 24 Milliarden Dollar 2025
  • FDA-Entscheidung zu oralem Präparat im April 2026

Eli Lilly sorgt mit starken Partnerschaften und einem gewaltigen GLP‑1‑Geschäft für Schlagzeilen – doch an der Börse fällt die Reaktion erstaunlich verhalten aus. Während Konkurrent Novo Nordisk mit neuen Daten zum oralen Abnehmmittel deutlich Punkte sammelt, bleibt der Kurs von Lilly trotz KI‑Kooperation mit Nvidia in der Konsolidierung. Wie passt das zusammen?

Novo legt vor, Lilly kontert strategisch

Auslöser der jüngsten Kursunterschiede im GLP‑1‑Sektor waren neue Verschreibungsdaten aus den USA. Novo Nordisk’ frisch gestartete orale Wegovy‑Pille kam in ihrer ersten Woche auf 3.071 Rezepte. Zum Vergleich: Eli Lillys injizierbares Abnehmpräparat Zepbound erreichte in einer vergleichbaren Startphase rund 1.300 Verschreibungen.

Diese Diskrepanz schürt Befürchtungen, dass Novo im oralen GLP‑1‑Segment kurzfristig die Nase vorn haben könnte. Die Folge: Novo‑Nordisk‑Aktien legten am Freitag kräftig zu, während Eli Lilly nur leicht im Plus schloss. Beim Blick auf den Gesamtmarkt ist der Titel aktuell rund 6 % vom 52‑Wochen‑Hoch entfernt, liegt aber noch immer klar über seinen gleitenden Durchschnitten, was die laufende Konsolidierung nach einem starken Jahr unterstreicht.

Parallel zu diesem Wettbewerbsdruck baut Lilly konsequent an seiner langfristigen Position. Das Unternehmen kündigte eine umfangreiche Kooperation mit Nvidia an. Geplant ist ein gemeinsames KI‑Forschungszentrum im Großraum San Francisco, in das über fünf Jahre hinweg bis zu 1 Milliarde US‑Dollar fließen sollen. Zum Einsatz kommen Nvidias neue „Vera Rubin“-Chips und die BioNeMo‑Plattform, um KI‑Modelle für biologische Systeme deutlich schneller zu trainieren. CEO David Ricks sieht darin die Chance, den Prozess der Wirkstoffentdeckung grundlegend zu verkürzen.

Rechtliche Risiken und starke Ausgangsbasis

Ganz ohne Gegenwind läuft es allerdings nicht. Am 15. Januar wurde eine kartellrechtliche Klage bekannt, die sich sowohl gegen Eli Lilly als auch gegen Novo Nordisk richtet. Der Vorwurf: Die Konzerne sollen versucht haben, den Zugang zu günstigeren, zusammengesetzten Varianten ihrer Abnehmpräparate zu behindern. Diese Regulierungsrisiken haben in der laufenden Woche zusätzlich für Schwankungen im Kurs gesorgt.

Fundamental steht Lilly im GLP‑1‑Geschäft jedoch extrem stark da. In den ersten neun Monaten 2025 erzielte die GLP‑1‑Franchise rund um Mounjaro und Zepbound 24,8 Milliarden US‑Dollar Umsatz und damit mehr als die Hälfte der gesamten Konzernerlöse. Allein im dritten Quartal 2025 übertraf Zepbound die Konkurrenztherapie Wegovy beim Quartalsumsatz, was die wirtschaftliche Bedeutung des Wirkstoffs Tirzepatid unterstreicht.

Der eigentliche Wettbewerb verlagert sich nun auf den nächsten Schritt: die orale Einnahme. Novo ist mit seiner Pille seit Januar 2026 am Markt, doch Lilly steht kurz davor nachzuziehen. Für den eigenen oralen Kandidaten orforglipron wird eine FDA‑Entscheidung im zweiten Quartal 2026 erwartet, konkret im April. Parallel dazu treibt Lilly den sogenannten „Triple‑G“-Agonisten retatrutide voran. Das Mittel zeigt in Studien vielversprechende Daten, Analysten rechnen hier perspektivisch mit jährlichen Umsätzen von über 30 Milliarden US‑Dollar bis 2031.

Ausblick: Quartalszahlen und FDA‑Entscheidung als Taktgeber

Anleger richten den Blick nun auf die anstehenden Zahlen zum vierten Quartal 2025. Der Analystenkonsens erwartet ein Ergebnis je Aktie von 7,49 US‑Dollar, was einem Plus von 40,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Beim Umsatz werden 18,21 Milliarden US‑Dollar veranschlagt – ein Zuwachs von 34,6 %. Trotz eines leichten Rückgangs seit Jahresbeginn und einer kurzfristigen Underperformance gegenüber Novo bleibt die Bewertung damit klar auf Wachstum ausgerichtet.

Technisch befindet sich die Aktie in einer Phase der Beruhigung nach einer starken Zwölfmonats‑Rally, bei der der Kurs um über 40 % zugelegt hat und aktuell rund 6,9 % über dem 50‑Tage‑Durchschnitt notiert. Die entscheidende inhaltliche Wegmarke dürfte jedoch die FDA‑Entscheidung zu orforglipron im April 2026 werden. Zusammen mit den Q4‑Zahlen und den laufenden Verschreibungsdaten für Novi’s Pille und Zepbound wird sie maßgeblich bestimmen, ob der Markt Lillys GLP‑1‑Story erneut höher bewertet oder die aktuelle Konsolidierung anhält.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.