Eli Lilly setzt im Milliardenmarkt für Adipositas-Behandlungen den nächsten wichtigen Meilenstein. CEO David Ricks hat auf der J.P. Morgan Healthcare Conference einen klaren Zeitplan für die mögliche Zulassung der oralen Abnehmpille Orforglipron in den USA genannt. Parallel kündigt der Konzern eine KI-Offensive mit NVIDIA an – und muss sich zugleich mit einer neuen Kartellklage auseinandersetzen. Wie passt das zusammen?
Orforglipron: Klarer Zeitplan, hoher Druck
Ricks bestätigte, dass Eli Lilly im zweiten Quartal 2026 mit einer Entscheidung der US-Arzneimittelbehörde FDA zu Orforglipron rechnet. Diese Aussage wurde tags zuvor bereits von Finanzchef Lucas Montarce in einem separaten Interview bekräftigt. Für Anleger ist damit erstmals ein verbindliches Zeitfenster für eines der wichtigsten Projekte in der Pipeline gesetzt.
Möglich wird der straffe Zeitplan durch einen von der FDA vergebenen „national priority“-Voucher. Dieser beschleunigt die Bewertung des Medikaments deutlich. Ricks sprach von einem „schnellen Review“ und davon, dass die tägliche Tablette nun „mit Tempo“ durch den Prozess gehe. Für Eli Lilly ist das zentral, um den Vorsprung von Novo Nordisks oralem Wegovy möglichst schnell aufzuholen.
Mit einem möglichen FDA-Bescheid im zweiten Quartal könnte sich der zeitliche Abstand zur bereits gestarteten oralen Wegovy-Version auf wenige Monate verkürzen. Im engen Duell um Marktanteile im Adipositas-Segment geht es damit nicht nur um medizinische Daten, sondern auch um Geschwindigkeit in der Markteinführung.
KI-Partnerschaft mit NVIDIA
Neben der Adipositas-Pipeline sorgte Eli Lilly auf der Konferenz mit einer strategischen Technologie-Partnerschaft für Aufmerksamkeit. Zusammen mit NVIDIA will der Konzern ein gemeinsames KI-Innovationslabor aufbauen. Ziel ist es, den gesamten Wirkstofffindungsprozess grundlegend zu beschleunigen und neu zu denken.
In diesem Co-Innovation Lab sollen Kompetenzen aus Informatik und Arzneimittelforschung systematisch verzahnt werden. Langfristig geht es darum, neue Wirkstoffkandidaten schneller zu identifizieren, Entwicklungszeiten zu verkürzen und klinische Erfolgschancen besser abzuschätzen. Die Kooperation ist damit weniger ein kurzfristiger Kurstreiber als ein Baustein, um die Pipeline-Effizienz in den kommenden Jahren zu erhöhen.
Gegenwind durch Kartellklage
Ganz ohne Schattenseite ist die Nachrichtenlage jedoch nicht. Am Mittwoch wurden Eli Lilly und Novo Nordisk in einer Kartellklage der Compounding-Apotheke Strive Specialties Inc. genannt. Das Unternehmen wirft den Pharmakonzernen vor, durch exklusive Vereinbarungen mit Telemedizin-Anbietern den Zugang zu individuell hergestellten (compounded) Versionen ihrer GLP-1-Medikamente eingeschränkt zu haben.
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Konkret geht es um den Vorwurf wettbewerbswidriger Praktiken im Umfeld der äußerst gefragten GLP‑1-Therapien. Die Klage zielt auf den Bereich, in dem Patienten auf nicht standardisierte, zusammengesetzte Präparate zurückgreifen. Wie groß das finanzielle oder regulatorische Risiko daraus wird, ist offen – klar ist aber, dass der juristische Druck im boomenden Markt für Stoffwechselmedikamente steigt.
Strategischer Kontext: Cashflow und Zukäufe
Die Bedeutung von Orforglipron erschließt sich erst im Gesamtbild der letzten Jahre. 2025 hatte Eli Lilly mit dem Injektionspräparat Zepbound im Adipositasmarkt stark an Boden gewonnen und eine Marktkapitalisierung von über einer Billion US-Dollar erreicht. Parallel treibt das Diabetesmittel Mounjaro das Wachstum.
Diese Blockbuster haben einen erheblichen Cashflow erzeugt, den Lilly gezielt in Pipeline und Zukäufe lenkt. Ein jüngstes Beispiel ist die am 7. Januar angekündigte Übernahme von Ventyx Biosciences für 1,2 Milliarden US‑Dollar. Damit stärkt der Konzern sein Portfolio oraler Therapien gegen entzündliche Erkrankungen – ein Feld, das strategisch gut zu den Ambitionen im Bereich oraler Stoffwechselmedikamente passt.
Vor diesem Hintergrund erscheint der Schritt in die orale Adipositas-Therapie folgerichtig: Orforglipron soll die starke Position aus den Injektionspräparaten in ein noch breiteres, alltagstaugliches Angebot überführen und damit die Abhängigkeit von einzelnen Darreichungsformen reduzieren.
Aktie: Hoch bewertet, aber unter der Spitze
An der Börse spiegelt sich der Erfolg bereits wider: Mit einem Schlusskurs von 1.077,19 US‑Dollar am Mittwoch liegt die Aktie nur knapp 3 % unter ihrem jüngsten 52‑Wochen-Hoch, hat sich aber innerhalb von zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 28,5 signalisiert dabei kurzfristig einen eher überverkauften Zustand nach der jüngsten Konsolidierung.
Konkreter Ausblick
Für die weitere Kursentwicklung rückt vor allem der FDA-Bescheid zu Orforglipron in den Vordergrund, der nun klar im zweiten Quartal 2026 erwartet wird. Daneben werden Investoren beobachten, wie schnell die Übernahme von Ventyx Biosciences integriert wird und welche Fortschritte sich aus der KI-Kooperation mit NVIDIA im Pipeline-Update abzeichnen. Die nächste umfassende Standortbestimmung liefert das Unternehmen voraussichtlich mit den Quartalszahlen Anfang Februar 2026, wenn Management und Markt die neuen Weichenstellungen erstmals in Zahlen und Ausblick einordnen.
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