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Eli Lilly Aktie: Gewinnsteigerungen angekündigt

Novo Nordisk bringt erste GLP‑1‑Abnehmpille in den USA auf den Markt und setzt Eli Lilly unter Druck. Lillys eigene Tablettenlösung Orforglipron steht vor der Zulassung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neue orale Wegovy-Tablette von Novo Nordisk verfügbar
  • Eli Lillys Aktie verliert spürbar an Wert
  • Zulassungsantrag für Lillys Orforglipron eingereicht
  • Analysten erwarten Umsatzsprung bis 2027

Eli Lilly steht im Schlüsselmarkt für Adipositas-Medikamente vor einer neuen Belastungsprobe. Konkurrent Novo Nordisk hat in den USA die erste zugelassene GLP‑1‑Abnehmpille auf den Markt gebracht und setzt damit sowohl beim Preis als auch bei der Darreichungsform eine neue Messlatte. Für Anleger stellt sich die Frage: Wie gut ist Lilly auf diesen Strategiewechsel im Markt vorbereitet?

Novo Nordisk legt mit Wegovy-Pille vor

Mit der Einführung der oralen Wegovy-Tablette in den USA hat Novo Nordisk den nächsten Schritt im GLP‑1‑Wettbewerb gemacht. Das Produkt ist seit heute bei großen Ketten wie CVS und Costco verfügbar und damit sofort breit zugänglich.

Die entscheidenden Punkte:

  • Start der Markteinführung: 6. Januar 2026 in den USA
  • Verfügbarkeit in über 70.000 Apotheken
  • Barpreise von 149 bis 299 US‑Dollar pro Monat – deutlich unter den rund 1.000 US‑Dollar der gängigen Injektionspräparate
  • Versicherte Patienten können im Idealfall auf bis zu 25 US‑Dollar Zuzahlung pro Monat kommen
  • Zulassung sowohl für Gewichtsreduktion als auch zur Senkung des kardiovaskulären Risikos

Damit erhöht Novo Nordisk den Druck, weil es gleich an mehreren Stellschrauben dreht: niedrigere Kosten für Patienten, bequemere Einnahme und ein Zusatznutzen bei Herz‑Kreislauf-Erkrankungen.

Aktie unter Druck, Fundamentaldaten stark

Die Aktie von Eli Lilly geriet am Montag im Sog der Nachricht um rund 3,6 % unter Druck. Der Rückgang passt in ein schwächeres Bild für den gesamten Pharmasektor, in dem auch Titel wie Bristol Myers, AbbVie, Johnson & Johnson und Amgen nachgaben, während Energie- und Finanzwerte zulegen konnten.

Trotz dieser Gegenbewegung bleibt die Bilanz der vergangenen Monate positiv: Der Kurs liegt nur wenige Prozent unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch und hat sich in den letzten zwölf Monaten deutlich erholt. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem von der starken Nachfrage nach den GLP‑1‑Produkten Mounjaro und Zepbound, die Eli Lilly im vergangenen Jahr bis zur Marke von 1 Billion US‑Dollar Börsenwert geführt haben.

Orforglipron: Lillys Antwort in Tablettenform

Eli Lilly arbeitet bereits an der eigenen oralen GLP‑1‑Lösung. Das Präparat Orforglipron wurde im Dezember 2025 zur Zulassung bei der US‑Arzneimittelbehörde FDA eingereicht und soll noch 2026 auf den Markt kommen.

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Analysten skizzieren einen engen Zeitplan:

  • Wolfe Research rechnet mit einem Verkaufsstart im 1. Quartal 2026
  • Für das erste volle Jahr werden Umsätze von rund 3,3 Milliarden US‑Dollar prognostiziert
  • Leerink Partners erwartet eine Zulassung im 2. Quartal 2026 im Rahmen einer Priority-Review
  • Orforglipron ist ein Small-Molecule-Wirkstoff und damit potenziell einfacher und günstiger herzustellen als die peptidbasierte Tablette von Novo Nordisk

Nach Berechnungen von Leerink Partners könnte der Konzernumsatz von Eli Lilly bis 2027 auf etwa 94,3 Milliarden US‑Dollar steigen – mehr als eine Verdopplung gegenüber 2024. Die orale Adipositas-Therapie wird dabei als zentraler Wachstumstreiber gesehen.

Preisdruck und Regulierung rücken in den Fokus

Parallel zur Innovationsschlacht verschärft sich der Preiskampf. Eli Lilly hat die Preise für Mounjaro in China gesenkt, nachdem Novo Nordisk zuvor bei Wegovy ähnliche Schritte unternommen hatte. Beide Unternehmen haben zudem freiwillige Preissenkungen in den USA umgesetzt.

Weitere Dynamik könnte aus der Politik kommen: Ein freiwilliges GLP‑1‑Erstattungsprogramm für Medicare, das im Juli starten soll, dürfte die Eigenbeteiligung für Patienten weiter reduzieren und die Zahl der behandelten Personen erhöhen. Für die Hersteller bedeutet dies zugleich wachsenden Volumenabsatz, aber auch zunehmenden Margendruck.

Wichtige Termine und Bewertung

In den kommenden Wochen stehen für Eli Lilly mehrere potenziell kursrelevante Ereignisse an. Bereits nächste Woche präsentiert sich das Unternehmen auf der JPMorgan Healthcare Conference, die traditionell Neuigkeiten zu Übernahmen, Kooperationen oder Ausblicken auf die Quartalszahlen liefert. Der nächste reguläre Geschäftsbericht ist für den 4. Februar 2026 terminiert.

Auf der Forschungsseite sind mehrere Meilensteine geplant:

  • Phase‑III‑Daten zu Retatrutid in Adipositas in der zweiten Jahreshälfte 2026
  • Ergebnisse einer direkten Vergleichsstudie zwischen Novos CagriSema und Lillys Tirzepatid im 1. Quartal 2026
  • Weitere Zulassungsanträge für Orforglipron in der Behandlung von Typ‑2‑Diabetes im ersten Halbjahr 2026

Trotz der zunehmenden Konkurrenz haben sich die Gewinnschätzungen der Analysten für 2026 in den vergangenen 60 Tagen von 31,71 auf 33,61 US‑Dollar je Aktie erhöht. Auf Basis dieser Prognosen wird die Aktie derzeit mit dem 32‑fachen der erwarteten Gewinne bewertet – deutlich über dem Branchenschnitt von 17,5, aber unter dem eigenen Fünfjahresdurchschnitt von rund 34,6. Wie sich Eli Lilly im verschärften Wettbewerb behauptet, dürfte damit vor allem an der erfolgreichen Markteinführung von Orforglipron und den anstehenden Studiendaten hängen.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

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