Eli Lilly dominiert den globalen Markt für Abnehmmedikamente. Während Injektionen wie Mounjaro Rekordsummen einspielen, rückt nun die nächste technologische Stufe in den Fokus: die Abnehm-Tablette. Neue Daten zum Hoffnungsträger Foundayo unterstreichen das Potenzial, während der Konzern parallel an einer politischen Front kämpft.
Vorsprung durch die Tablette
Das Präparat Foundayo liefert in klinischen Tests starke Ergebnisse bei Frauen in allen Stadien der Wechseljahre. Damit festigt Lilly seine Position im lukrativen GLP-1-Markt. Das Besondere an dem Wirkstoff: Die Einnahme erfordert im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten keine strengen Fastenregeln. Marktbeobachter trauen oralen Mitteln bis zum Jahr 2030 einen Marktanteil von rund 20 Prozent zu.
Allerdings blieb die Zahl der Erstverschreibungen für Foundayo zuletzt hinter den extrem hohen Markterwartungen zurück. Dies sorgte zeitweise für Schwankungen im Kursverlauf.
Politischer Druck auf Rabatte
In den USA sieht sich das Unternehmen mit parteiübergreifendem Widerstand konfrontiert. Abgeordnete fordern vom Gesundheitsministerium, Lilly zur Rückkehr zu hohen Preisnachlässen für große Klinikverbünde zu zwingen. Im Kern geht es um das staatliche Rabattprogramm 340B. Lilly verweigert diese Nachlässe, sofern Krankenhäuser keine detaillierten Nutzungsdaten übermitteln.
Der Konzern möchte so verhindern, dass er fälschlicherweise doppelte Rabatte auf dieselbe Medikamenteneinheit gewährt. Bisher haben sich etwa 70 Prozent der betroffenen Kliniken den Forderungen des Herstellers gebeugt.
Profis stocken Bestände auf
Institutionelle Investoren nutzen die aktuelle Marktphase für deutliche Zukäufe. Elevation Point Wealth Partners verdoppelte seine Position im letzten Quartal auf über 42.000 Anteile. Auch andere große Fonds wie QRG Capital Management bauten ihre Bestände aus. Insgesamt befinden sich mittlerweile 82,53 Prozent der Aktien in den Händen professioneller Anleger. Dies unterstreicht das Vertrauen der Wall Street in die langfristige Wachstumsstory des Pharmariesen.
Milliardengeschäft mit Mounjaro
Die Geschäftszahlen untermauern diesen Optimismus. Im ersten Quartal 2026 kletterte der Umsatz um über 55 Prozent auf 19,80 Milliarden Dollar. Haupttreiber waren die Blockbuster Mounjaro und Zepbound, die zusammen Milliardenumsätze generierten. Der Gewinn je Aktie lag mit 8,55 Dollar signifikant über den Prognosen der Analysten.
Für das gesamte Geschäftsjahr peilt der Vorstand Erlöse von bis zu 85 Milliarden Dollar an. Das Unternehmen profitiert dabei von seiner beispiellosen Dominanz im Sektor für Stoffwechselerkrankungen.
An der Börse notiert das Papier mit 1.064,00 Euro derzeit nur knapp drei Prozent unter seinem Rekordhoch von 1.095,00 Euro. Analysten taxieren den fairen Wert im Median bei rund 1.235 Dollar. Sollte Foundayo die hohen Erwartungen im laufenden Jahr erfüllen, rückt dieses Kursziel in greifbare Nähe.
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