Eli Lilly hat am Freitag den Verkauf von Foundayo in Großbritannien aufgenommen. Damit ist das Vereinigte Königreich das erste europäische Land, in dem das orale Präparat gegen Adipositas und Typ-2-Diabetes über eine private Verschreibung erhältlich ist. Die britische Arzneimittelbehörde hatte Foundayo bereits am 10. August zugelassen, ein Zugang über den staatlichen Gesundheitsdienst NHS hängt jedoch noch von einer gesonderten Prüfung ab.
Der Marktstart fällt in eine Phase, in der Lilly seine Preispolitik für die Stoffwechselsparte insgesamt neu ordnet. Reuters berichtete, das Unternehmen habe sich bereits im November verpflichtet, Medicare-Versicherten Zepbound sowie das unter dem Namen Foundayo vermarktete orforglipron für maximal 50 Dollar im Monat anzubieten, zusätzlich zu Selbstzahler-Rabatten über die Plattform LillyDirect.
Dort startet Zepbound als Mehrfachdosis-Pen bei 299 Dollar im Monat, Foundayo bei 149 Dollar. Über die Plattform TrumpRx kommen laut Reuters zudem Emgality für 299 Dollar pro Pen und Trulicity für 389 Dollar im Monat hinzu.
Breite Produktoffensive als Kurstreiber
Der Vorstoß in Großbritannien reiht sich in eine Serie regulatorischer und klinischer Fortschritte der vergangenen Wochen ein. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte die Zulassung von Mounjaro erweitert, sodass das Präparat künftig auch zur Senkung des kardiovaskulären Risikos bei Hochrisiko-Patienten mit Typ-2-Diabetes eingesetzt werden darf.
Parallel veröffentlichte Lilly einjährige Phase-3b-Daten, wonach die Kombination aus Zepbound und Taltz bei Patienten mit Adipositas und Psoriasis beziehungsweise Psoriasis-Arthritis anhaltende oder sich verbessernde Ergebnisse zeigte.
Zusätzlich verschärfte die FDA nach einer rechtlichen Initiative von Lilly rund um den Wirkstoff Retatrutide das Vorgehen gegen Online-Anbieter nicht zugelassener Peptidprodukte, wie Inside Health Policy berichtete. Der Konzern verteidigt damit aktiv seine Marktposition gegen Nachahmerprodukte, während er gleichzeitig die eigene Produktpalette in mehreren Ländern und Preissegmenten ausrollt.
Kurs unter dem 50-Tage-Schnitt
An der Börse notiert die Aktie aktuell bei 989,60 Euro und damit 4,3 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1.033,56 Euro. Das deutet auf eine kurzfristige Konsolidierung hin, nachdem das Papier sein 52-Wochen-Hoch von 1.108,20 Euro Mitte August erreicht hatte. Der breite Nachrichtenfluss der vergangenen Tage liefert Anlegern reichlich Substanz, um die aktuelle Kursschwäche gegen die fundamentalen Fortschritte in der Pipeline abzuwägen.
Investoren erhalten in Kürze weitere Gelegenheit zur Einordnung: Lilly wird am 14. September auf der Morgan Stanley 24th Annual Global Healthcare Conference auftreten und dort voraussichtlich weitere Details zu Pipeline, Preisgestaltung und Kommerzialisierung liefern. Zuvor steht am Donnerstag noch die reguläre Quartalsdividende zur Auszahlung an.
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