Während der Erzrivale Novo Nordisk jüngst vor beispiellosem Preisdruck warnte, liefert Eli Lilly Zahlen ab, die Investoren aufhorchen lassen. Der US-Pharmagigant übertraf im vierten Quartal nicht nur sämtliche Erwartungen, sondern schraubte auch die Prognose für 2026 deutlich nach oben. Ist die Dominanz im lukrativen Markt für Abnehmpräparate damit endgültig zementiert?
Umsatzsprung dank Bestseller-Medikamenten
Die vorgelegten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Eli Lilly steigerte den Umsatz im vierten Quartal 2025 um satte 43 Prozent auf 19,3 Milliarden US-Dollar. Damit ließ der Konzern die Analystenschätzungen von knapp 18 Milliarden US-Dollar weit hinter sich. Auch unter dem Strich glänzte das Unternehmen mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 7,54 US-Dollar – ein Plus von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und deutlich über den prognostizierten 6,67 US-Dollar.
Triebfeder dieses Wachstums sind die GLP-1-Medikamente. Die weltweiten Erlöse für das Diabetes-Mittel Mounjaro verdoppelten sich auf 7,4 Milliarden US-Dollar. Noch dynamischer entwickelte sich das Abnehmpräparat Zepbound in den USA: Hier explodierten die Umsätze um 122 Prozent auf 4,2 Milliarden US-Dollar. Die enorme Mengensteigerung glich dabei den leichten Rückgang der realisierten Preise mehr als aus.
Prognose schlägt Erwartungen
Das Management gibt sich für das laufende Geschäftsjahr äußerst zuversichtlich. Die ausgegebene Prognose für 2026 sieht einen Umsatz zwischen 80 und 83 Milliarden US-Dollar vor. Zum Vergleich: Die Wall Street hatte im Schnitt lediglich mit 77,6 Milliarden gerechnet. Auch beim Gewinnziel liegt Lilly mit einer Spanne von 33,50 bis 35,00 US-Dollar je Aktie über den Konsensschätzungen.
Ein wesentlicher Kurstreiber für die nahe Zukunft könnte die Einführung der Abnehm-Pille Orforglipron sein. Die Markteinführung in den USA ist für das zweite Quartal 2026 geplant, vorausgesetzt die FDA erteilt im April die Zulassung. Dies würde Lillys Position im Wettbewerb weiter stärken, da eine orale Einnahme für viele Patienten attraktiver ist als Spritzen.
Kontrast zum Wettbewerb
Die Quartalsbilanz sendet ein klares Signal der Stärke, besonders im Vergleich zur Konkurrenz. Erst einen Tag vor Lillys Zahlenvorlage hatte der dänische Rivale Novo Nordisk vor sinkenden Umsätzen für 2026 gewarnt. Analysten werten die Divergenz als Zeichen dafür, dass Eli Lilly besser aufgestellt ist, um trotz des intensiven Wettbewerbs und Preisdrucks im US-Gesundheitssystem profitabel zu wachsen.
Mit diesen Ergebnissen untermauert Eli Lilly seinen Status als erstes Pharmaunternehmen, das bereits im November 2025 die Marke von einer Billion US-Dollar Marktkapitalisierung knackte. Die Kombination aus einer robusten Pipeline und der Fähigkeit, Erwartungen deutlich zu übertreffen, festigt die Marktführerschaft des Konzerns nachhaltig.
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