Der US-Pharmakonzern Eli Lilly setzt seinen Expansionskurs durch gezielte Akquisitionen und positive Studienergebnisse fort. Während das Unternehmen sein Portfolio im Bereich der Genmedizin und Adipositas-Behandlung verbreitert, reagieren Analysten mit einer Hochstufung der Aktie. Am Freitag schloss das Papier im deutschen Handel bei 986,00 Euro und notiert damit etwa 11 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.108,20 Euro.
Milliarden-Zukauf und technologische Erweiterung
Eli Lilly hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Merida Biosciences getroffen. Wie das Unternehmen mitteilte, beläuft sich das Transaktionsvolumen auf bis zu 2,875 Milliarden US-Dollar. Die Summe setzt sich aus einer Barzahlung sowie erfolgsabhängigen Meilensteinzahlungen zusammen.
Mit diesem Schritt stärkt der Konzern seine Kapazitäten in der biopharmazeutischen Forschung, wobei der Abschluss der Transaktion nach Erhalt der behördlichen Genehmigungen für das vierte Quartal 2026 erwartet wird.
Ergänzend dazu wurde Ende August die Übernahme von Engage Biologics Inc. für bis zu 202 Millionen US-Dollar in bar bekannt. Durch diesen Zukauf sichert sich Eli Lilly den Zugriff auf eine Plattform für nicht-virale DNA-Übertragung.
Ziel ist es, diese Technologie mit dem bestehenden Portfolio an genetischen Medikamenten zu kombinieren, um neue Behandlungsansätze zu entwickeln. Die Strategie verdeutlicht das Bestreben des Managements, über das Kerngeschäft mit Diabetes- und Abnehmpräparaten hinaus technologische Führungspositionen zu besetzen.
Studienerfolge bei Adipositas und Psoriasis
Parallel zur Akquisitionstätigkeit meldete Eli Lilly Fortschritte in der klinischen Forschung. Die 52-Wochen-Ergebnisse der Phase-3b-Studien TOGETHER-PsO und TOGETHER-PsA belegen die Wirksamkeit einer Kombinationstherapie aus Taltz (ixekizumab) und Zepbound (tirzepatide). Die Untersuchung konzentrierte sich auf Erwachsene, die sowohl an Psoriasis-Erkrankungen als auch an Adipositas leiden.
Den Studiendaten zufolge konnten die erzielten Verbesserungen des Krankheitsbildes über den gesamten Zeitraum von 52 Wochen aufrechterhalten oder sogar weiter gesteigert werden.
Besonders relevant für Anleger und Mediziner ist dabei der Sicherheitsaspekt: Eli Lilly gab bekannt, dass im Beobachtungszeitraum keine neuen Sicherheitsbedenken aufgetreten sind. Diese Daten stützen die Marktposition von Zepbound, das bereits ein wesentlicher Wachstumstreiber für den Konzern ist.
Analysten-Einstufung und kommende Termine
Die jüngsten Entwicklungen führten zu einer Neubewertung durch Marktexperten. BMO Capital Markets stufte die Aktie am Dienstag von zuvor „Outperform“ auf „Buy“ hoch.
Bereits Anfang August hatten mehrere Analysehäuser ihre Kursziele angepasst; so erhöhte Wells Fargo am 6. August das Ziel auf 1.330,00 US-Dollar, während Truist Financial am darauffolgenden Tag ein Ziel von 1.376,00 US-Dollar ausgab. Trotz der kurzfristigen Konsolidierung bleibt der langfristige Trend stabil: Die Aktie liegt aktuell 7,5 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 916,81 Euro.
Für Aktionäre stehen zeitnah weitere Termine an. Am 10. September wird die Dividende für das dritte Quartal in Höhe von 1.73 US-Dollar je Aktie ausgezahlt.
Zudem wird Ilya Yuffa, Präsident von Lilly USA, das Unternehmen am 14. September auf einer globalen Gesundheitskonferenz von Morgan Stanley vertreten. Ein detaillierter Einblick in die Finanzlage wird für den 29. Oktober erwartet, wenn Eli Lilly die Ergebnisse für das dritte Quartal präsentiert.
Analysten rechnen im Konsens mit einem Umsatz von rund 22,38 Milliarden US-Dollar. Im Vorfeld dieser Termine kam es im August zu vereinzelten Anteilsverkäufen durch Führungskräfte, darunter Patrik Jonsson und Anat Hakim, die im Rahmen von festgelegten Handelsplänen agierten.
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