Nachdem das Unternehmen am Dienstag vergangener Woche den Handel an der australischen Börse kurzzeitig ausgesetzt hatte, konkretisierte EcoGraf am vergangenen Donnerstag seine Pläne zur Kapitalbeschaffung.
Im Zentrum steht ein neuer Aktienkaufplan (Share Purchase Plan), mit dem das Unternehmen rund 2 Millionen Australische Dollar (etwa 1,43 Millionen US-Dollar) einwerben möchte. Diese Mittel sind primär für die Weiterentwicklung des Epanko-Graphitprojekts in Tansania vorgesehen, das einen zentralen Baustein in der Strategie des Unternehmens darstellt.
Kapitalstruktur und strategische Finanzierung
Der nun gestartete Aktienkaufplan wird von Canaccord Genuity als Lead Manager und Underwriter begleitet. Das Angebot für die Aktionäre soll planmäßig am 28. September enden. EcoGraf plant, die zufließenden Mittel mit dem vorhandenen Kassenbestand sowie weiteren Fördergeldern zu kombinieren. Hierzu zählt insbesondere ein bereits vor über einem Monat aktivierter Zuschuss der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Höhe von bis zu 2 Millionen Euro.
Die finanzielle Absicherung des Projekts gilt als wesentlicher Meilenstein, um die finale Erschließung in Tansania voranzutreiben. In einer aktualisierten Unternehmenspräsentation verweist das Management zudem auf die im Februar veröffentlichte bankfähige Machbarkeitsstudie, die die Grundlage für die laufenden Finanzierungsgespräche bildet.
Die jüngste Kapitalmaßnahme dient in diesem Zusammenhang dazu, die operative Flexibilität bis zum endgültigen Projektabschluss zu sichern, nachdem Medienberichten zufolge vor gut drei Wochen noch eine Finanzierungslücke adressiert werden musste.
Ausbau der europäischen Abnahmeverträge
Parallel zur finanziellen Stärkung hat das Unternehmen seine vertriebliche Basis in Europa verbreitert. Am 12. August gab EcoGraf bekannt, dass ein deutscher Abnahmepartner seine Zusage für natürliches Flockengraphit aus Epanko massiv ausgeweitet hat.
Die vorläufige Vereinbarung sieht ein ursprüngliches Volumen von jährlich 20.000 Tonnen vor, das nach fünf Jahren auf 40.000 Tonnen pro Jahr ansteigen soll. Der Vertrag ist auf eine Laufzeit von zehn Jahren ausgelegt.
Zusammen mit einer bereits bestehenden Vereinbarung mit Thyssenkrupp über ebenfalls 20.000 Tonnen pro Jahr summieren sich die vertraglich gesicherten Absatzmengen in Europa damit auf insgesamt 40.000 Tonnen jährlich.
Die Preisgestaltung orientiert sich dabei an Markt-Referenzpreisen, beinhaltet jedoch einen Schutz durch Mindestpreise und wird je nach Flockengröße und Kohlenstoffgehalt des Graphits angepasst. Diese langfristigen Zusagen gelten als wichtiges Argument in den Verhandlungen mit potenziellen Kreditgebern für die Projektfinanzierung.
Marktreaktion und technische Einordnung
An der Börse wurde die Nachrichtenlage der vergangenen Tage positiv aufgenommen. Am gestrigen Montag legte die Aktie um 5,1 % zu und ging bei einem Kurs von 0,2170 Euro aus dem Handel. Durch die jüngste Dynamik hat sich das Papier deutlich von seinen Tiefstständen gelöst und notiert aktuell etwa 35 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Trotz der Erholung der letzten Wochen verbleibt die Notierung damit jedoch weiterhin deutlich unter dem vor knapp einem Jahr erreichten 52-Wochen-Hoch. Die hohe Volatilität der vergangenen 30 Tage spiegelt dabei die Sensibilität des Wertes gegenüber Fortschritten bei der Projektfinanzierung und neuen Abnahmeverträgen wider.
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