EcoGraf liefert ein neues Argument für seine Batteriegraphit-Strategie. Das Unternehmen sieht seinen HFfree-Prozess nach einer weltweiten Prüfung als kostenstark bestätigt. Für Anleger zählt dabei vor allem ein Punkt: EcoGraf will eine nicht-chinesische Lieferkette für hochreines Anodenmaterial aufbauen.
Die Aktie hat darauf bereits sichtbar reagiert. Am Freitag lag der Schlusskurs bei 0,23 Euro, auf Wochensicht steht ein Plus von 27,58 Prozent. Der RSI von 80,8 zeigt allerdings auch: Der jüngste Lauf ist technisch schon weit fortgeschritten.
HFfree soll den Kostenvorteil bringen
Im Zentrum steht EcoGrafs eigenes Reinigungsverfahren für Batterieanodenmaterial. Der Prozess kommt ohne Flusssäure aus und soll dadurch eine umweltverträglichere Produktion ermöglichen. Wichtiger für den Markt ist aber die Kostenfrage.
EcoGraf beziffert die durchschnittlichen Betriebskosten der Reinigung auf rund 478 US-Dollar je Tonne. Bei einer integrierten Lieferkette rechnet das Unternehmen mit 1.441 US-Dollar je Tonne. Damit sieht sich EcoGraf wettbewerbsfähig gegenüber bestehendem Angebot aus China.
Das ist der Kern der Story. Batteriehersteller suchen seit Jahren nach stabileren Lieferketten außerhalb Chinas. EcoGraf versucht genau dort anzusetzen, muss den industriellen Maßstab aber erst beweisen.
Standortsuche für große Anlage
Die Prüfung umfasste sieben mögliche Standorte für eine Reinigungsanlage. Die geplante Kapazität liegt bei 25.000 Tonnen pro Jahr. EcoGraf denkt dabei an Regionen in Europa, Nordamerika und Asien.
Das Unternehmen verfolgt damit keinen kleinen Nischenansatz. Es will seine HFfree-Technologie an mehreren Knotenpunkten der Batterieindustrie platzieren. Gelingt das, könnte EcoGraf näher an große Zellhersteller und Autobauer rücken.
Zum Projektportfolio gehört auch das Epanko-Graphitprojekt in Tansania. Es soll Naturflockengraphit für Batteriekunden und industrielle Anwendungen liefern. EcoGraf arbeitet parallel an Produktqualifikationen und Recyclingprogrammen mit Batterieherstellern sowie E-Auto-Produzenten.
Kasse bleibt ein wichtiger Faktor
Bei aller strategischen Logik bleibt die Finanzierung entscheidend. Zum Jahresende lag der Kassenbestand bei 8,1 Millionen Dollar. Für einen Ausbau über mehrere Regionen hinweg ist das keine üppige Ausgangsbasis.
Der Markt preist aktuell Hoffnung auf technologische und strategische Fortschritte ein. Seit Jahresanfang liegt die Aktie 6,59 Prozent im Plus, über zwölf Monate sogar 40,00 Prozent. Der nächste Kurstreiber dürfte weniger eine Vision sein, sondern ein konkreter Fortschritt bei Standortwahl, Partnern oder Finanzierung.
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