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EcoGraf: 199 Millionen Dollar Kapitalbedarf für Epanko

EcoGraf verzeichnet Kursverlust von acht Prozent. Grund ist die unsichere Finanzierung des Epanko-Projekts bei geringer Liquidität.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursrückgang um acht Prozent
  • Finanzierungslücke von 199 Millionen Dollar
  • Kreditgespräche mit KfW IPEX-Bank laufen
  • Abnahmeverträge auf 40.000 Tonnen verdoppelt

Am heutigen Mittwoch verzeichnete die Aktie von EcoGraf einen deutlichen Kursrückgang von 8,0 Prozent auf 0,1534 Euro. Damit reagierten Investoren auf die wachsende Unsicherheit bezüglich der Finanzierung des Epanko-Graphitprojekts in Tansania.

Während das Unternehmen in der vergangenen Woche noch positive Nachrichten über eine Ausweitung seiner Abnahmeverträge vermeldete, rückte zuletzt der Kapitalbedarf für die erste Entwicklungsphase in den Fokus der Marktteilnehmer. Mit dem aktuellen Kursniveau notiert das Papier inzwischen rund 61 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Begrenzte Liquidität rückt in den Fokus

Ein wesentlicher Grund für den jüngsten Verkaufsdruck liegt in der aktuellen Kassenlage des australischen Unternehmens. Medienberichten zufolge wies EcoGraf zum Stichtag am 30. Juni einen Barmittelbestand von lediglich 3,8 Millionen Australischen Dollar aus.

Bei den derzeitigen Ausgabenraten entspräche dies einer rechnerischen Liquiditätsreichweite von etwa 1,5 Quartalen. Diese knappe Kapitalausstattung erhöht den Druck auf das Management, zeitnah verlässliche Finanzierungslösungen für den Bau der Epanko-Mine zu präsentieren.

Für die Umsetzung der ersten Stufe des Epanko-Projekts wird ein Kapitalbedarf von insgesamt 199 Millionen US-Dollar veranschlagt. Da das Unternehmen derzeit über eine vergleichsweise geringe Cash-Position verfügt, ist der Markt besonders sensibilisiert für den Fortschritt der laufenden Kreditverhandlungen.

Die Aktie hatte bereits am Montag deutlich nachgegeben, nachdem Anleger die positiven Meldungen der Vorwoche zunehmend kritisch im Kontext der anstehenden Investitionssummen bewerteten.

Stand der Verhandlungen mit Kreditgebern

EcoGraf bestätigte heute, dass die Gespräche über ein vorrangig besichertes Kreditpaket in Höhe von 105 Millionen US-Dollar mit der KfW IPEX-Bank fortgeführt werden.

Ein wichtiger Meilenstein in diesem Prozess wurde am vergangenen Mittwoch erreicht: Das Unternehmen meldete die Einreichung eines unabhängigen Ingenieurberichts bei den potenziellen Kreditgebern. Dieser Bericht ist ein wesentlicher Bestandteil der Due-Diligence-Prüfung für die geplante Kreditfazilität.

Zusätzlich zur angestrebten Bankenfinanzierung wurde bereits vor einigen Wochen ein Zuschuss der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 2,0 Millionen Euro aktiviert. Dennoch bleibt die Schließung der verbleibenden Finanzierungslücke die zentrale Herausforderung.

Das Unternehmen stützt sich dabei auf eine aktualisierte Machbarkeitsstudie vom 25. Februar, die für das Epanko-Projekt einen Nettobarwert vor Steuern von 516 Millionen US-Dollar und einen internen Zinsfuß von 31,1 Prozent ausweist.

Abnahmeverträge und strategische Erweiterung

Trotz der finanziellen Hürden konnte EcoGraf auf operativer Ebene zuletzt Erfolge erzielen. Am vergangenen Mittwoch unterzeichnete das Unternehmen ein bindendes Term Sheet mit einem großen deutschen Graphithändler. Dieser Vorvertrag sieht vor, die geplanten Abnahmemengen aus dem Epanko-Projekt auf 40.000 Tonnen pro Jahr zu verdoppeln. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von zehn Jahren.

Durch diesen Abschluss sind zusammen mit bestehenden Verträgen, unter anderem mit der tk accelis Trading GmbH, nun rund 55 Prozent der geplanten Anfangskapazität von 73.000 Tonnen pro Jahr durch europäische Abnahmeverpflichtungen abgedeckt. Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Strategie der vertikalen Integration voran.

Geplant ist der Bau einer Anlage zur mechanischen Formgebung in Tansania, um den Naturgraphit vor Ort zu sphärischem Graphit für die Batterieindustrie weiterzuverarbeiten. Ein quantitativer Signaldienst stufte die Aktie am Freitag von „Strong Buy“ auf „Hold/Accumulate“ herab und verwies dabei auf technische Verkaufssignale nach Erreichen eines Zwischenhochs am 13. August.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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