Unterschiedliche Analystensignale prägten am Donnerstag die Bewertung von DWS. Am Freitag folgte eine Tagesveränderung von -2,3% in einem schwachen deutschen Aktienmarkt. Höhere Ölpreise und schwache Börsenvorgaben aus den USA und Asien belasteten das Umfeld.
Ein spezifischer Zusammenhang zwischen diesen Belastungen und dem Kursminus von DWS ist damit nicht belegt. Für Anleger stehen die unterschiedlichen Einschätzungen zur weiteren Gewinnentwicklung im Mittelpunkt.
Analysten setzen unterschiedliche Akzente
Goldman Sachs senkte am Donnerstag das Kursziel auf 64 Euro und bestätigte die Verkaufsempfehlung. Analyst Oliver Carruthers reduzierte seine Gewinnprognosen bis 2028 um etwa 2 Prozent. Als Gründe nannte er den Quartalsbericht, Managementkommentare und jüngste Marktentwicklungen.
Die Anpassung betrifft damit nicht nur die Bewertung der Aktie, sondern auch die erwartete Ertragsentwicklung. Die hohen Mittelzuflüsse reichen aus Sicht des Hauses offenbar nicht aus, um die bisherigen Gewinnannahmen aufrechtzuerhalten.
Barclays erhöhte dagegen am Donnerstag das Kursziel von 65 auf 66 Euro und bestätigte die neutrale Einstufung. Die gegensätzlichen Zielanpassungen zeigen: Der Quartalsbericht führte nicht zu einer einheitlichen Neubewertung.
Wachstum muss sich im Ergebnis niederschlagen
DWS meldete am Mittwoch für das dritte Quartal 2026 einen Vorsteuergewinn von EUR 325 Mio. Das den DWS-Aktionären zurechenbare Konzernergebnis betrug EUR 230 Mio. Reuters zufolge blieben Erträge und Gewinne hinter den Analystenerwartungen zurück.
Der entscheidende Gegensatz liegt zwischen dem starken Neugeschäft und dessen Ergebniswirkung. Anleger müssen deshalb nicht allein die Höhe der Zuflüsse beurteilen. Ebenso wichtig ist, wie sich diese im Ertrag niederschlagen und welche Kosten damit verbunden sind.
Die Nettomittelzuflüsse erreichten im dritten Quartal EUR 30,9 Mrd. Für die ersten neun Monate 2026 meldete DWS insgesamt EUR 66,7 Mrd. und damit ebenfalls einen Rekord.
DWS bestätigte zugleich die Prognose aus dem Geschäftsbericht des Vorjahres. Diese Bestätigung steht allerdings unter der Annahme eines unterstützenden Marktumfelds.
Immobiliengeschäft mit gegenläufigen Entwicklungen
Neben den Gewinnschätzungen verdient das Immobiliengeschäft Aufmerksamkeit. DWS veröffentlichte am Mittwoch die Anfang Oktober unterzeichnete Vereinbarung zum vollständigen Erwerb von Peakside Capital Advisors. Der Abschluss ist bis Jahresende 2026 vorgesehen, vorbehaltlich behördlicher und üblicher Bedingungen.
Parallel gilt beim offenen Immobilienfonds grundbesitz europa eine anteilige Rücknahmebeschränkung. Fällige Rücknahmeaufträge werden zunächst nur zu zehn Prozent ausgeführt; der nicht ausgeführte Teil verfällt.
Damit stehen Ausbaupläne und Einschränkungen für Fondsanleger nebeneinander. Für die Einordnung der Aktie bleibt die zentrale Frage, wie DWS das Wachstum des verwalteten Geschäfts in Gewinne übersetzt. Die jüngsten Analystenaktionen geben darauf unterschiedliche Antworten.
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