Rekordzahlen liegen bereits auf dem Tisch, ein neuer Chef steht an der Spitze. DroneShield steht vor der wichtigsten Quartalsvorlage seit Jahren. Am morgigen Mittwoch präsentiert der Anti-Drohnen-Spezialist seine finalen Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Für den neuen CEO Angus Bean ist es die erste große Bewährungsprobe auf dem internationalen Parkett.
Starkes Wachstum im traditionell schwachen Quartal
Die vorläufigen Eckdaten lieferten bereits eine Steilvorlage. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 88 Prozent auf 62,6 Millionen Australische Dollar (AUD). Die Kundeneinzahlungen erreichten mit 77,4 Millionen AUD sogar einen neuen Rekordwert. Das ist bemerkenswert, da das Auftaktquartal in der Rüstungsindustrie üblicherweise als schwächste Periode gilt.
An der Börse honorierten Investoren die Entwicklung zuletzt. Die Aktie notiert aktuell bei 2,30 Euro und verzeichnet damit ein Plus von knapp 16 Prozent seit Jahresbeginn. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Zuwachs von rund 247 Prozent auf der Anzeigetafel.
Kapazitäten und Margen im Fokus
Der Blick der Investoren richtet sich nun auf die künftige Umsetzung. DroneShield plant eine massive Ausweitung der Produktionskapazitäten. Bis Ende 2026 soll das Volumen von einer halben Milliarde auf 2,4 Milliarden US-Dollar steigen. Ein wichtiger Baustein dafür ist die kürzlich eröffnete Europazentrale in Amsterdam, die auch die lokale Fertigung übernimmt.
Parallel dazu treibt das Management den Wandel hin zu margenstärkeren wiederkehrenden Einnahmen voran. Der Anteil der Software-Abonnements am Gesamtumsatz soll von fünf auf 30 Prozent wachsen. Ein neues Software-Update mit verbesserter KI-Erkennung flankiert dieses Ziel. Die Vertriebspipeline umfasst mittlerweile hunderte potenzielle Aufträge mit einem Milliardenvolumen.
Politische Rückenwinde und Analysten-Ziele
Die Nachfrage nach Abwehrsystemen trifft auf ein günstiges politisches Umfeld. Die australische Regierung kündigte Mitte April ein milliardenschweres Investitionsprogramm für autonome Waffensysteme an. Verteidigungsminister Richard Marles begründete den Schritt explizit mit der massenhaften Verbreitung günstiger Drohnen in modernen Konflikten. In den USA vereinbarten das Verteidigungsministerium und die Luftfahrtbehörde FAA derweil den Einsatz von Laser-Abwehrsystemen im Inland.
Analysten bewerten die Aussichten unterschiedlich. Jefferies stuft die Aktie mit einem Kursziel von 3,70 AUD auf „Halten“ ein, Bell Potter rät zum Kauf und sieht Potenzial bis 4,80 AUD. Die nächste Bewährungsprobe für das Management folgt Ende Mai auf der Hauptversammlung. Angus Beans Vergütungspaket ist dabei direkt an die finanziellen Ergebnisse des laufenden Geschäftsjahres gekoppelt.
