DroneShield zählt zu den am stärksten leerverkauften Werten am australischen Aktienmarkt. Rund 15,4 Prozent der Aktien sind derzeit short positioniert, wie aus den jüngsten ASIC-Daten hervorgeht – damit belegt der Anbieter von Drohnenabwehrtechnologie die Spitzenposition unter den meistgeshorteten ASX-Werten.
Für Anleger stellt sich damit eine zentrale Frage: Ist die massive Short-Wette gegen ein Unternehmen mit stark wachsendem Umsatz gerechtfertigt, oder droht den Leerverkäufern ein böses Erwachen?
Die Zahlen, die DroneShield in der vergangenen Woche vorlegte, sprechen zunächst für das Geschäft. Der Umsatz im ersten Halbjahr kletterte um 74 Prozent auf 125,8 Millionen US-Dollar.
Gleichzeitig weitete sich der Verlust aus: Auf EBITDA-Basis stand ein Minus von 12,4 Millionen US-Dollar, unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 32,2 Millionen US-Dollar. Das operative Geschäft wächst also deutlich schneller als es profitabel wird – ein Muster, das Leerverkäufer typischerweise als Angriffsfläche nutzen.
Auftragsbestand und Kassenlage als Gegenargument
Wer auf fallende Kurse setzt, muss allerdings mit der Auftragslage argumentieren, die DroneShield für das laufende Geschäftsjahr in Aussicht stellt. Das Unternehmen bezifferte den bereits gesicherten Umsatz für 2026 auf 251 Millionen US-Dollar, innerhalb der eigenen Prognose von 250 bis 270 Millionen US-Dollar.
Dazu kommen weitere 46 Millionen US-Dollar an Aufträgen für die Zeit ab 2027. Ergänzt wird das Bild durch eine erste Bestellung des Radarsystems RfRecon von einem westeuropäischen Militärkunden, die bis Ende des Jahres ausgeliefert werden soll – ein Signal, dass sich das Produktportfolio auch international bei staatlichen Abnehmern durchsetzt.
Finanziell steht DroneShield zudem robuster da als viele Wachstumsunternehmen in der Verteidigungsbranche: Zum Ende Juni verfügte das Unternehmen über 180 Millionen US-Dollar an Barmitteln und ist schuldenfrei. Diese Liquiditätsreserve dürfte es DroneShield erlauben, auch bei anhaltenden Verlusten mehrere Quartale ohne externe Finanzierung durchzuhalten – ein Punkt, der die Short-These zumindest kurzfristig relativiert.
Führungswechsel als Randnotiz für Skeptiker
In dieses Umfeld fällt auch ein personeller Wechsel an der Unternehmensspitze der Finanzabteilung: Rebecca Lowde übernimmt ab dem 2. November das Amt der CFO und löst Carla Balanco ab, die das Unternehmen nach mehr als acht Jahren verlässt.
Lowde war zuletzt CFO bei MYOB und zuvor bei Afterpay tätig, wo sie eine milliardenschwere Kapitalerhöhung sowie die spätere Übernahme durch Block begleitete. Für Kritiker der Aktie dürfte der Wechsel an sich kein Argument sein – entscheidend bleibt, ob die neue Finanzchefin den Weg zur Profitabilität beschleunigen kann, den die aktuellen Zahlen noch vermissen lassen.
Der Kurs selbst notiert bei 1,04 Euro und damit rund 16 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,23 Euro – ein Zeichen, dass der kurzfristige Trend trotz der operativen Fortschritte noch nach unten zeigt. Die hohe Short-Quote bleibt damit vorerst intakt, solange DroneShield nicht beweist, dass aus dem kräftigen Umsatzwachstum auch eine sinkende Verlustquote wird.
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