DroneShield hat heute mit RfRecon ein neues Produkt vorgestellt, das die Umsatzbasis des australischen Rüstungselektronik-Herstellers ab der zweiten Jahreshälfte erweitern soll.
Das Management stellt Aufträge und Erlösbeiträge bereits für H2 2026 in Aussicht, betont zugleich aber, dass diese Beiträge erst über die Zeit spürbar würden. Für Anleger ist die Nachricht vor allem deshalb relevant, weil DroneShield seine Jahresprognose vor gut einer Woche gesenkt hatte und nun mit neuer Technik gegensteuert.
RfRecon setzt auf proprietäre Chip-Architektur
RfRecon ist ein portables System zur Funkaufklärung, das auf der firmeneigenen RfAI-3-Architektur basiert. Laut Unternehmensangaben lässt sich das Gerät sowohl mobil am Körper tragen als auch fahrzeugmontiert, expeditionär oder an festen Standorten einsetzen. Damit erweitert DroneShield sein Portfolio über die klassische Drohnenerkennung hinaus in Richtung breiterer elektronischer Aufklärung.
Für ein Unternehmen, dessen Wachstumstempo Analysten zuletzt enttäuscht hat, ist die Diversifizierung des Produktangebots ein strategisch wichtiger Schritt, um neue Beschaffungsbudgets bei Militärkunden zu erschließen.
Gesenkte Guidance belastet weiterhin die Bewertung
Der Produktstart fällt in eine Phase, in der DroneShield seine Wachstumsziele bereits zurückgenommen hat. Bell-Potter-Securities-Analyst Baxter Kirk kappte am 28. Juli sein Zwölf-Monats-Kursziel von 4,80 auf 2,50 australische Dollar, beließ das Papier aber auf „Kaufen“.
Grund war eine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026, die 17 bis 23 Prozent unter dem damaligen Konsensschätzwert von 323 Millionen australischen Dollar landete.
Medienberichten zufolge rechnet DroneShield für das Gesamtjahr nun mit 250 bis 270 Millionen australischen Dollar Umsatz, was einem Wachstum von 15 bis 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche – deutlich weniger dynamisch als frühere Erwartungen.
Zugleich meldete das Unternehmen zum Stichtag 28. Juli ein für das Geschäftsjahr bereits gesichertes Auftragsvolumen von 206 Millionen australischen Dollar. Ein Teil davon stammt aus dem Auftrag des Resellers COBBS BELUX BV über 23,2 Millionen australische Dollar für einen europäischen Militärkunden, der Ende Juli bekannt wurde.
Etwa 21 Millionen australische Dollar davon fließen als sogenannte Committed Revenue in die laufende Jahresrechnung ein, der Rest als künftige Abonnementerlöse. Die Bruttomarge im ersten Halbjahr wird auf rund 60 Prozent geschätzt, nach 65 Prozent im Vorjahreszeitraum – ein Rückgang, den DroneShield mit einer veränderten Produktmischung begründet.
Abonnement-Umsatz als Wachstumshebel
Genau hier setzt RfRecon an: Ein Teil der künftigen Erlöse aus dem neuen System dürfte über Software- und Serviceabonnements laufen, jenem Segment, das laut Marktbeobachtungen im ersten Halbjahr mit 14,2 Millionen australischen Dollar erst 11,3 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte. Gelingt es DroneShield, diesen Anteil über neue Produkte wie RfRecon zu erhöhen, würde das die margenschwächere Hardware-getriebene Erlösbasis stabilisieren.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse notiert die Aktie am heutigen Montag bei 1,35 Euro und gibt damit rund ein Prozent nach. Über die vergangene Handelswoche steht dennoch ein Plus von 16,44 Prozent, getragen vom Europa-Auftrag und der Stabilisierung nach der Prognosesenkung.
Vom eigenen 50-Tage-Durchschnitt von 1,48 Euro liegt der Kurs weiterhin gut acht Prozent entfernt – ein Hinweis darauf, dass die Erholung der vergangenen Tage den mittelfristigen Abwärtstrend noch nicht gebrochen hat. Anleger dürften nun auf den Halbjahresbericht am 26. August blicken, wenn DroneShield erstmals konkrete Zahlen zu den Auswirkungen der neuen Produktlinie liefern könnte.
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