DroneShield hat seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich zurückgenommen – und das, obwohl der Hersteller von Drohnenabwehrsystemen im ersten Halbjahr kräftig gewachsen ist. Das australische Unternehmen rechnet nun mit einem Jahresumsatz zwischen 250 und 270 Millionen australischen Dollar, wie es Ende Juli mitteilte. Der bisherige Marktkonsens hatte bei rund 323 Millionen australischen Dollar gelegen. Zugleich meldete DroneShield vorläufige Erlöse von 125,8 Millionen australischen Dollar für das erste Halbjahr – ein Plus von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Auftragsbestand deckt fast das gesamte Vorjahr ab
Nach Angaben des Managements hatte DroneShield Ende Juli bereits 206 Millionen australische Dollar an fest zugesagten Umsätzen für 2026 in den Büchern. Das entspricht etwa 95 Prozent des gesamten im Geschäftsjahr 2025 erzielten Umsatzes. Die Diskrepanz zwischen starkem Wachstum und gesenkter Prognose lässt sich damit erklären, dass die Erwartungen des Marktes offenbar deutlich über dem lagen, was das Unternehmen selbst als realistisch ansieht. Zusätzlich sicherte sich DroneShield am 28. Juli einen Auftrag über 23,2 Millionen australische Dollar von einem europäischen Militärkunden für fahrzeugmontierbare Systeme zur Drohnenabwehr, vermittelt über den Wiederverkäufer COBBS BELUX BV.
Analysten reagieren mit gesenkten Kurszielen
Die Prognosekürzung zog rasch Reaktionen von Analysehäusern nach sich. Baxter Kirk von Bell Potter bekräftigte am 28. Juli seine Kaufempfehlung, senkte das Kursziel jedoch auf 2,50 australische Dollar. Einen Tag später zog Mark Yarwood von Petra Capital nach: Er beließ die Einstufung ebenfalls bei „Kaufen“, reduzierte das Kursziel aber auf 2,46 australische Dollar. Breiter angelegt zeigt sich der Stimmungswandel im Analystenkonsens von S&P Global, der Anfang August auf 2,75 australische Dollar zurückgenommen wurde – ein Rückgang von 27,42 Prozent gegenüber der Ende Juni ausgewiesenen Schätzung von 3,79 australischen Dollar.
Citigroup meldet größere Beteiligung
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte am 5. August eine Pflichtmitteilung an die australische Börse ASX, wonach Citigroup zu einem bedeutenden Anteilseigner an DroneShield aufgestiegen ist. Das Finanzinstitut hält demnach 52.537.753 Aktien, entsprechend 5,6853 Prozent der Anteile. Medienberichten zufolge wurde der Bestand vor allem über Wertpapierleihe- und Handelsaktivitäten aufgebaut, weniger über eine klassische Investmententscheidung.
Fußball-WM und US-Gesetzgebung als Hoffnungsträger
Für die zweite Jahreshälfte nennt DroneShield zwei mögliche Wachstumstreiber: die Fußball-Weltmeisterschaft Mitte 2026 sowie den US-amerikanischen „Safer Skies Act“. Beide Ereignisse könnten die Nachfrage nach den Systemen zur Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge des Unternehmens ankurbeln, so die Einschätzung des Managements Anfang August.
An der Börse hat sich die Aktie von ihrem Tiefpunkt zuletzt merklich erholt. Am Freitag schloss das Papier bei 1,37 Euro, ein Plus von 4,07 Prozent auf Tagesbasis. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,79 Euro, erreicht am 1. Oktober vergangenen Jahres, bleibt der Kurs jedoch weiterhin deutlich entfernt – der Abstand beträgt 63,88 Prozent. Die jüngste Erholung ändert damit wenig an der grundsätzlichen Skepsis, die sich nach der Prognosekürzung in den überarbeiteten Kurszielen der Analysten niederschlägt.
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