DroneShield hat nach eigenen Angaben die erste Bestellung für sein KI-gestütztes RfRecon-Gerät angenommen. Der Kunde ist ein westeuropäischer Militärabnehmer, die Auslieferung soll bis Ende 2026 erfolgen.
Zusammen mit einer Anhebung der für das Geschäftsjahr 2026 fest zugesagten Umsätze auf 251 Millionen australische Dollar liefert das Unternehmen damit neue Anhaltspunkte dafür, wie sich das Auftragsbuch über die im vergangenen Monat vorgelegten Halbjahreszahlen hinaus entwickelt.
Die neue Committed-Revenue-Zahl liegt innerhalb der bestehenden Jahresprognose von 250 bis 270 Millionen australischen Dollar, bewegt sich damit aber am unteren Rand der Spanne. Für die Zeit ab 2027 weist DroneShield bislang 46 Millionen australische Dollar an gesicherten Umsätzen aus – ein erster Ausblick auf das Geschäft jenseits des laufenden Jahres, der die Visibilität über 2026 hinaus zumindest andeutet.
Europäisches Rüstungskonsortium als möglicher Wachstumstreiber
Parallel zur RfRecon-Order rückt eine größere europäische Chance in den Fokus: DroneShield ist Teil eines Konsortiums mit Anduril, COBS und Nokia, das sich im Rahmen der EU-Initiative RE-ARM 2030 um Aufträge bewirbt. Eine Vorauswahl der Bieter wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Sollte sich das Konsortium durchsetzen, wäre das ein deutlich größerer Hebel als die jetzt vermeldete Einzelbestellung.
Auch operativ mehren sich Referenzen: Beim Einsatz zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Kansas City registrierte das System der Australier nach eigenen Angaben 184 Drohnen an sieben Einsatzorten während sechs Spielen, 48 nicht autorisierte Fluggeräte wurden abgefangen.
Bei einer Gesamtbesucherzahl von 800.000 Menschen an Stadien und beim FIFA Fan Festival ist das ein Beleg dafür, dass die Technologie in großem Maßstab im Feld funktioniert – ein Argument, das im Vertrieb an weitere Regierungen und Sicherheitsbehörden zählt.
Personalwechsel an der Finanzspitze begleitet die Nachrichtenlage
Die neuen Auftragsdaten fallen in eine Phase, in der DroneShield auch seine Führungsspitze neu ordnet: Am vergangenen Donnerstag wurde bekannt, dass Rebecca Lowde zum 2. November die Position der Finanzchefin übernimmt. Sie bringt 30 Jahre Erfahrung mit, zuletzt als CFO bei MYOB, davor unter anderem als CFO und Chief People Officer bei Afterpay, wo sie eine Kapitalerhöhung über 1,5 Milliarden US-Dollar sowie die 39-Milliarden-Dollar-Übernahme durch Block begleitete.
Die bisherige Finanzchefin und gemeinsame Company Secretary, Carla Balanco, verlässt das Unternehmen nach mehr als acht Jahren; ein Übergang soll begleitet werden.
Kurs bleibt unter Druck trotz operativer Fortschritte
An der Börse spiegelt sich die Nachrichtenfülle bislang kaum in einer Erholung wider. Der Kurs schloss am Freitag bei 1,04 Euro, nahezu unverändert zum Vortag, liegt aber 18 Prozent unter dem Niveau vor 30 Tagen und rund 42 Prozent im Minus seit Jahresbeginn.
Zum 52-Wochen-Hoch von 3,79 Euro, erreicht Anfang Oktober vergangenen Jahres, beträgt der Abstand 72 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die Rekordbewertung aus dem vergangenen Herbst weiterhin weit entfernt ist.
Seit der vor über einem Monat veröffentlichten Halbjahresbilanz, in der DroneShield ein Umsatzplus von 74 Prozent auf 125,8 Millionen australische Dollar sowie eine im Jahresvergleich gesunkene Bruttomarge auswies, hat die Aktie spürbar an Wert verloren.
Auch die vor rund zwei Wochen diskutierte hohe Leerverkaufsposition dürfte zur anhaltenden Zurückhaltung beitragen; seither hat der Kurs weitere 3,6 Prozent nachgegeben. Operative Fortschritte wie die RfRecon-Order und das RE-ARM-Konsortium liefern zwar Substanz für die langfristige Wachstumsstory, ändern aber bislang wenig an der schwachen Kursentwicklung der vergangenen Wochen.
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