DroneShield hat sein für das Geschäftsjahr 2026 bereits gesichertes Auftragsvolumen erneut angehoben. Zum 8. September summierte sich die sogenannte Committed Revenue auf 251 Millionen US-Dollar, nachdem der Wert Ende August noch bei 240 Millionen gelegen hatte. Damit bewegt sich das Unternehmen weiter innerhalb der eigenen Jahresprognose von 250 bis 270 Millionen Dollar. Für die Zeit ab dem Geschäftsjahr 2027 liegen zudem bereits 46 Millionen Dollar an gesicherten Erlösen vor.
Neues Produkt findet ersten Kunden
Parallel zur Umsatzmeldung bestätigte der Hersteller von Anti-Drohnen-Technologie den ersten Auftrag für RfRecon, ein neu eingeführtes KI-gestütztes Gerät zur Funkaufklärung. Kunde ist ein bestehender militärischer Endabnehmer aus Westeuropa. Die Auslieferung der Hardware soll bis Ende 2026 erfolgen.
Für DroneShield ist das ein wichtiges Signal: Das Unternehmen erweitert damit sein Portfolio über die klassische Drohnenerkennung und -abwehr hinaus in Richtung breiterer elektronischer Aufklärung – und zeigt, dass bestehende Militärkunden bereit sind, zusätzliche Produktlinien zu ordern.
Die kontinuierliche Aufwärtsrevision der gesicherten Erlöse innerhalb weniger Wochen deutet darauf hin, dass das Neugeschäft trotz eines insgesamt schwierigen Marktumfelds für die Aktie robust bleibt. Anleger, die zuletzt vor allem auf den Kursverfall geschaut haben, bekommen hier eine operative Gegenposition.
Kurs bleibt unter Druck
Trotz der positiven Geschäftsentwicklung spiegelt sich das operative Momentum bislang nicht im Aktienkurs wider. Am Freitag schloss das Papier bei 1,04 Euro, ein Minus von 0,2 Prozent auf Tagesbasis. Auf Monatssicht steht ein Rückgang von 18 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat die Aktie 42 Prozent verloren. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand 42 Prozent nach unten, was die Schwere der Korrektur unterstreicht.
Die Diskrepanz zwischen wachsendem Auftragsbestand und fallendem Kurs erklärt sich auch aus dem Umfeld: DroneShield zählte zuletzt zu den am stärksten leerverkauften Werten am australischen Markt, was zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugt hat. Zudem hatte das Unternehmen vor gut einem Monat Halbjahreszahlen vorgelegt, die trotz kräftigen Umsatzwachstums einen Gewinneinbruch zeigten – seither hat die Aktie rund 27 Prozent verloren.
Wechsel an der Finanzspitze
Ergänzend zur Umsatzmeldung bestätigte DroneShield organisatorische Veränderungen. Rebecca Lowde übernimmt zum 2. November die Position der Finanzchefin, wie das Unternehmen am vergangenen Donnerstag mitgeteilt hatte.
Im Zuge dieses Wechsels verlässt Carla Balanco nach mehr als acht Jahren ihre Rolle als gemeinsame Company Secretary. Der Führungswechsel fällt damit zeitlich mit der Serie positiver Geschäftsmeldungen zusammen, was auf eine bewusste Bündelung von Nachrichten hindeuten könnte.
Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob die operative Stärke – wachsende Auftragsbücher, neue Produktlinien, bestätigte Guidance – mittelfristig den Kursverfall stoppen kann. Mit einem RSI von 38,3 und einem Abstand von 72 Prozent zum 52-Wochen-Hoch aus dem Oktober signalisiert der Markt derzeit erhebliche Skepsis gegenüber der fundamentalen Entwicklung.
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