DroneShield meldet einen wichtigen Meilenstein. Das Unternehmen fertigt seine Drohnenabwehrsysteme nun auch in Europa. An der Börse löst das allerdings keine Begeisterung aus. Die Aktie gibt weiter nach.
Strategischer Ausbau in Amsterdam
Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris präsentierte das Management die erste europäische Produktionscharge. Diese Systeme nutzen eine lokale Lieferkette. Damit erfüllt DroneShield die EU-Vorgaben für regionale Souveränität bei kritischer Verteidigungstechnik. Die Qualität bleibt laut Unternehmensangaben auf dem Niveau der australischen Hauptwerke.
Vertriebschef Louis Gamarra sieht in der Pilotcharge nur den Anfang. Zuvor hatte der Konzern bereits ein europäisches Hauptquartier in Amsterdam eröffnet. Das Ziel: DroneShield will sich für lukrative lokale Rüstungsprojekte positionieren.
Skepsis an der Börse
Trotz der operativen Fortschritte steht der Kurs unter Druck. Am Montag rutschte das Papier um rund 1,5 Prozent auf 1,75 Euro ab. Damit setzt sich ein längerer Abwärtstrend fort. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 Euro ist die Aktie mittlerweile weit entfernt.
Die Gründe für die Schwäche liegen abseits des Tagesgeschäfts. Analysten der Investmentbank Jefferies kritisieren die gesunkene Transparenz. DroneShield veröffentlicht neuerdings keine detaillierten Daten mehr zur Vertriebspipeline. Das erschwert verlässliche Prognosen.
Auch intern knirscht es. Ende Mai lehnten die Aktionäre den Vergütungsbericht des Vorstands ab. Kurz darauf stieg der Großinvestor BlackRock aus. Solche Signale machen Anleger nervös.
Neue Aufträge und EU-Fördermittel
Operativ läuft es derweil besser. Erst Anfang Juni sicherte sich das Unternehmen einen Millionenauftrag des US-Verteidigungsministeriums. Das Volumen liegt bei knapp 25 Millionen US-Dollar.
In Europa winken nun weitere Gelder. Die Europäische Union hat einen neuen Fördertopf aufgelegt. Insgesamt stehen 80 Millionen Euro für die Produktion von Drohnen und Abwehrsystemen bereit. Einzelne Projekte können mit bis zu zehn Millionen Euro gefördert werden.
Mit der neuen Produktion in Amsterdam bringt sich DroneShield für diese Mittel in Stellung. Die Frist für entsprechende Förderanträge endet im Februar 2027. Bis dahin muss das Management beweisen, dass die europäische Strategie auch finanzielle Früchte trägt.
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