DroneShield kommt nicht zur Ruhe. Die Aktie des australischen Anti-Drohnen-Spezialisten fiel am Dienstag um 3,4 Prozent auf 1,17 Euro und liegt damit inzwischen 69 Prozent unter ihrem Oktober-Hoch von 3,79 Euro. Vor dem Halbjahresbericht am 26. August wächst die Nervosität am Markt spürbar.
Ein Kurs im freien Fall
Der Ausverkauf hat System, nicht nur einen schlechten Tag. Binnen sieben Handelstagen verlor das Papier 8,7 Prozent, auf Monatssicht sind es 10 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 35 Prozent zu Buche.
Die Aktie notiert derzeit 16 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1,41 Euro. Ein RSI von 39,4 signalisiert schwaches, aber noch nicht überverkauftes Momentum. Die annualisierte Volatilität von 74 Prozent zeigt, wie nervös der Handel geworden ist.
Leerverkäufer setzen auf weiteren Rückgang
DroneShield zählt derzeit zu den meistgeshorteten Werten am australischen Aktienmarkt. In der zweiten Augustwoche erreichte die Leerverkaufsquote 15,1 Prozent — Spitzenwert unter allen ASX-Titeln. Die wachsende Gruppe von Shortsellern wettet damit gegen DroneShield ebenso wie gegen andere hoch bewertete Wachstumswerte.
Dave Allen von Plato Investment Management hält selbst eine Short-Position und begründet sie mit der enttäuschenden Jahresprognose des Unternehmens. Eine Trendwende in der Stimmung brauche Zeit, so Allen. Er hält weitere Kursrückgänge für möglich, bevor sich eine nachhaltige Erholung einstellen kann.
Der Auslöser für diese Skepsis liegt einige Wochen zurück. An dem Tag, an dem DroneShield seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 veröffentlichte, brach die Aktie um mehr als 13 Prozent ein — der schwächste Wert im gesamten ASX 200. Die Guidance lag rund 21 Prozent unter den Markterwartungen, neue europäische Militäraufträge konnten den Kurs an jenem Tag nicht stützen.
Regulatorische Untersuchung belastet zusätzlich
Zur Kursschwäche kommt ein ungelöstes rechtliches Problem. Die australische Finanzaufsicht ASIC prüft seit Mai 2026 das Timing von Unternehmensmitteilungen und damit verbundene Aktientransaktionen. Solange die Untersuchung läuft, bleibt ein Unsicherheitsfaktor über der Aktie hängen.
Die Analystenmeinungen fallen entsprechend gespalten aus. Jefferies-Analyst Will Richardson senkte sein Kursziel um 27 Prozent auf 2,05 australische Dollar und beließ sein Verkaufsrating. Er begründet dies mit fehlenden großen Vertragsabschlüssen und einer schrumpfenden Auftragspipeline.
Optimistischere Stimmen verweisen dagegen auf das operative Wachstum. Im ersten Halbjahr erzielte DroneShield mit 125,8 Millionen Dollar einen Rekordumsatz für einen Sechsmonatszeitraum — ein Plus von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand mit vertraglich gesicherten Umsätzen liegt bei 206 Millionen Dollar.
Die Zahlen am 26. August entscheiden
CEO Angus Bean peilt für das zweite Halbjahr eine Bruttomarge von rund 65 Prozent an. Die Jahresumsatzprognose sieht ein Wachstum von 15 bis 25 Prozent gegenüber den 216,5 Millionen Dollar aus dem Geschäftsjahr 2025 vor, was einer Spanne von 250 bis 270 Millionen Dollar entspricht.
Ob das Management diese Ziele beim Bericht am 26. August bestätigen kann, dürfte die kurzfristige Kursrichtung bestimmen. Hohe Leerverkaufsquote, ungeklärte ASIC-Untersuchung und ein Kurs deutlich unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten hinterlassen eine Aktie, die vor einem entscheidenden Test steht.
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