Ein Unternehmen mit prallem Kassenbestand und Milliarden-Bestellungen aus der Rüstungsindustrie – und trotzdem im Sinkflug an der Börse. Bei DroneShield klafft gerade eine Lücke zwischen dem, was in den Büchern steht, und dem, was der Kurs zeigt. Die Aktie des australischen Drohnenabwehr-Spezialisten fiel am Freitag um 5,52 Prozent auf 1,28 Euro. Das ist der tiefste Stand seit sechs Monaten.
Warum die Bilanz besser aussieht als der Chart
Eine Marktanalyse vom Montag stufte DroneShield als einen der finanziell robustesten Nebenwerte Australiens ein. Der Grund: Das Unternehmen hat den Sprung von roten Zahlen in die Gewinnzone geschafft.
Der Umsatz liegt aktuell bei rund 216,8 Millionen australischen Dollar. Den Löwenanteil davon, etwa 195 Millionen, erwirtschaftet DroneShield in Australien und auf internationalen Märkten. Die USA steuern knapp 30 Millionen bei. Das Gewinnwachstum liegt nach aktuellen Screener-Daten bei über 50 Prozent pro Jahr.
Der Kurs erzählt eine andere Geschichte
Während die Zahlen stimmen, bröckelt das Vertrauen der Anleger. Die Aktie notiert 21 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1,63 Euro und 32,5 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1,90 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 28,75 Prozent zu Buche.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 34,3 Punkten. Das nähert sich der überverkauften Zone. Technisch betrachtet könnte hier bald eine Gegenbewegung einsetzen – die fundamentalen Probleme des Unternehmens löst das allerdings nicht.
Wachsender Rüstungsmarkt, ungelöste Governance-Fragen
Die langfristigen Aussichten für DroneShield hängen an der weltweit steigenden Nachfrage nach Systemen zur Drohnenabwehr. Das Unternehmen sichert sich zunehmend wiederkehrende Aufträge von NATO-Staaten und dem US-Verteidigungsministerium. Der Fokus verschiebt sich dabei von frühen Testkäufen hin zu festen Beschaffungsprogrammen des Militärs.
Zwei Risiken bremsen die Kursfantasie trotzdem. Die australische Finanzaufsicht ASIC prüft weiterhin frühere Marktmitteilungen des Unternehmens – dieses laufende Verfahren gilt als zentrales Governance-Risiko. Hinzu kommt ein hoher Anteil an Leerverkäufen, der die Kursstabilität kurzfristig belasten kann.
Anleger wägen damit zwei Seiten gegeneinander ab: ein Aufsichtsverfahren mit offenem Ausgang und hohe Shortquoten auf der einen Seite, eine Kassenreserve von über 200 Millionen australischen Dollar und wachsende Militäraufträge auf der anderen. Wie das ASIC-Verfahren ausgeht, ist bisher nicht abzusehen.
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