Starke Zahlen, schwacher Kurs. Bei DroneShield klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Zwar legte das Papier am Freitag um gut fünf Prozent auf 1,78 Euro zu. Auf Monatssicht steht jedoch ein Minus von rund 13 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Grund für die Zurückhaltung liegt nicht im operativen Geschäft.
Ermittlungen drücken die Stimmung
Eine Untersuchung der Aufsichtsbehörde ASIC lastet schwer auf dem Titel. Die Behörde prüft seit Mitte Mai Unternehmensmeldungen und Aktienhandel aus dem vergangenen November. DroneShield kooperiert nach eigenen Angaben vollumfänglich. Bisher gibt es keine bestätigten Maßnahmen.
Parallel dazu bremst ein vorsichtiger Analystenkommentar die Euphorie. Das Brokerhaus Ord Minnett stuft die Aktie auf „Lighten“ ein. Das Kursziel liegt bei 2,28 Australischen Dollar. Die Experten erwarten eine nachlassende Auftragsdynamik im zweiten Halbjahr.
Milliarden-Kapazität in Europa
Dabei läuft das Kerngeschäft auf Hochtouren. Im ersten Quartal vervielfachten sich die Kundeneinnahmen auf 77,4 Millionen Australische Dollar. Der operative Cashflow drehte deutlich ins Plus. Der Konzern sitzt nun auf einem schuldenfreien Cash-Polster von gut 220 Millionen Dollar.
Jetzt steht der nächste Meilenstein an. Die erste europäische Produktionslinie liefert in Kürze die ersten Anti-Drohnen-Systeme aus. Damit positioniert sich das Unternehmen für regionale Rüstungsprogramme. Die jährliche Produktionskapazität soll bis Ende 2026 auf 2,4 Milliarden Dollar steigen. Aktuell umfasst die europäische Projektpipeline Aufträge im Wert von 1,2 Milliarden Dollar.
Konkurrenz belebt den Markt
Wie groß das Interesse an Drohnen-Technologie ist, zeigte diese Woche ein kleinerer Rivale. Das Unternehmen Boresight feierte am 10. Juni sein Debüt an der australischen Börse. Der Hersteller von günstigen Zieldrohnen sammelte acht Millionen Dollar ein. Am ersten Handelstag schoss der Kurs in der Spitze um 90 Prozent nach oben.
Pikantes Detail: DroneShield gehört selbst zu den Kunden des Börsenneulings. Der erfolgreiche Börsengang beweist den anhaltenden Appetit der Investoren auf den Sektor. DroneShield profitiert davon am Aktienmarkt aktuell aber kaum. Der Kurs notiert weiterhin unter der 50-Tage-Linie von 2,05 Euro.
Am 26. August präsentiert das Management die Halbjahreszahlen. Dieser Termin wird zum ersten echten Härtetest. Der Bericht muss belegen, ob die starke Dynamik des ersten Quartals anhält. Vor allem der Hochlauf der europäischen Produktion rückt dann in den Fokus.
