Starke Aufträge, schwache Kurse. Bei DroneShield klaffen operative Realität und Börsenstimmung weit auseinander. Der Spezialist für Drohnenabwehr sichert den Luftraum für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Dennoch notiert das Papier gut 51 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Großauftrag für die Weltmeisterschaft
Die Vorbereitungen für das sportliche Großereignis laufen. DroneShield installiert in Kansas City ein regionales Netzwerk zur Luftraumüberwachung. Das System kombiniert eigene Abwehrtechnik mit Radarsensoren von Echodyne. Finanziert wird das Projekt durch das US-Heimatschutzministerium.
Damit ändert sich die Sichtweise der Behörden. Drohnenabwehr gilt nicht länger nur als punktueller Schutz für Stadien. Sie wird zur dauerhaften Aufgabe für die öffentliche Sicherheit im städtischen Raum.
Neue Fabrik liefert bald
Parallel dazu baut der Konzern seine internationale Präsenz aus. Die erste Produktionslinie außerhalb Australiens steht in der Europäischen Union. Mitte 2026 sollen die ersten dort gefertigten Systeme an Kunden gehen.
Die Nachfrage in Europa wächst rasant. Militärische Investitionsprogramme treiben den Bedarf an lokaler Abwehrtechnik. Aktuell umfasst die europäische Projektpipeline ein milliardenschweres Volumen. Um das abzuarbeiten, plant das Management einen massiven Ausbau. Bis Ende 2026 soll die jährliche Produktionskapazität auf rund 2,4 Milliarden Dollar steigen.
Volle Auftragsbücher
Die jüngsten Quartalszahlen untermauern das Wachstum. Der Umsatz kletterte im ersten Jahresviertel auf 74,1 Millionen Australische Dollar. Das entspricht mehr als einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Für das laufende Jahr meldet der Vorstand bereits fest zugesagte Erlöse von 155 Millionen Dollar.
Weltweit bearbeitet das Vertriebsteam derzeit über 300 aktive Projekte. Der Gesamtwert dieser potenziellen Aufträge liegt bei 2,2 Milliarden Dollar. Ein wachsender Anteil entfällt dabei auf wiederkehrende Software-Erlöse. Das macht die Einnahmen besser planbar.
Der Schatten der Ermittlungen
Trotz dieser Rekordwerte bleibt die Aktie unter Druck. Am Freitag schloss das Papier bei 1,78 Euro. Auf Monatssicht steht ein Minus von rund zwölf Prozent auf der Anzeigetafel.
Ein Grund für die Zurückhaltung ist der Rückzug großer Adressen. Anfang Juni meldete die Citigroup, dass sie nicht länger als Großaktionär engagiert ist. Schwerer wiegt jedoch die offene Untersuchung der australischen Aufsichtsbehörde ASIC.
Dieser regulatorische Nebel bremst die Kursfantasie. Die operativen Erfolge müssen sich nun in harten Gewinnen niederschlagen. Am 26. August präsentiert DroneShield die Halbjahreszahlen. Dann wird der Markt die tatsächliche Profitabilität genau prüfen.
