Starke Nachfrage, schwacher Börsenkurs. Bei DroneShield gehen Realität und Stimmung weit auseinander. Das Unternehmen verzeichnet ein extremes Wachstum bei der Drohnenabwehr. Dennoch rutschte das Papier seit Januar um knapp 25 Prozent ab.
Der Blick in die Bücher zeigt ein völlig anderes Bild. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sprang der Umsatz auf 217 Millionen Australische Dollar. Das entspricht einem Plus von 276 Prozent. Im ersten Quartal setzte sich dieser Trend nahtlos fort. Hier kletterten die Erlöse auf 74 Millionen Dollar.
Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Für das laufende Jahr sicherten sich die Australier bereits garantierte Einnahmen von 171 Millionen Dollar. Insgesamt beziffert das Management die aktuelle Vertriebspipeline auf gewaltige 2,3 Milliarden Dollar.
An der Börse kommt diese Dynamik aktuell nicht an. Die Aktie notiert bei 1,49 Euro. Damit bewegt sich der Kurs fast 60 Prozent unter seinem Rekordhoch vom vergangenen Oktober. Der langfristige Trend zeigt klar nach unten.
Milliardenmarkt im Visier
Das schwache Chartbild steht im Kontrast zur fundamentalen Branchenentwicklung. Experten prognostizieren für den globalen Markt für Drohnenabwehr ein massives Wachstum. Bis 2033 soll das Volumen auf 20 Milliarden US-Dollar anwachsen. Allein das US-Verteidigungsministerium reserviert 75 Milliarden Dollar für Drohnen-Technologie.
Währenddessen zieht der Sektor große Tech-Konzerne an. Motorola Solutions kaufte kürzlich D-Fend Solutions für 1,5 Milliarden Dollar. Der deutsche Hersteller Quantum Systems sammelte parallel 1,2 Milliarden Dollar frisches Kapital ein. Die hohe Bewertung lockte dabei Investoren wie Airbus und Blackstone an.
Gefährliche Lücken am Himmel
Der Bedarf an neuen Abwehrsystemen ist enorm. Ein aktueller Branchenbericht von DroneShield belegt massive Sicherheitslücken. Knapp 70 Prozent der befragten Infrastrukturbetreiber haben große Defizite bei der Erkennung von Drohnen.
Die Gründe dafür sind vielschichtig. Etwa 60 Prozent der Betreiber nennen regulatorische Hürden als Haupthindernis. Fast die Hälfte klagt über die technische Komplexität bei der Integration neuer Systeme. Tom Adams, Sicherheitsdirektor bei DroneShield, warnt vor falschen Prioritäten. Reine Technologie-Investitionen reichen ohne klare Einsatzkonzepte nicht aus.
Trotz der Kursschwäche halten Branchenkenner an dem australischen Unternehmen fest. Die Analysten von Canaccord und Bell Potter raten zum spekulativen Kauf. Ihre Kursziele liegen bei 3,75 und 4,80 Australischen Dollar. Damit trauen sie dem Papier mehr als eine Verdopplung zu.
Das Management steckt die mittelfristigen Ziele derweil klar ab. Bis 2030 soll der Jahresumsatz auf eine Milliarde US-Dollar steigen. Software-Dienste sollen dann ein Drittel der Erlöse beisteuern. Fließen die massiven US-Verteidigungsbudgets ab 2027 wie geplant in den Markt, dürfte DroneShield als etablierter Anbieter direkt profitieren.
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