DroneShield hat auf der Canaccord Genuity Growth Conference am Mittwoch vergangener Woche einen Ausblick auf sein Auftragsbuch gegeben, der die Wachstumsdebatte um den australischen Rüstungselektronik-Anbieter neu befeuert.
Das Unternehmen bezifferte sein bestätigtes Umsatzvolumen zum Stichtag Ende Juli auf 206 Millionen australische Dollar – das entspricht bereits 95 Prozent des gesamten Jahresumsatzes von 2025. Für das laufende Geschäftsjahr peilt DroneShield 250 bis 270 Millionen australische Dollar an, was einem Wachstum von 15 bis 25 Prozent entspräche.
Diese Zahl wirkt vor dem Hintergrund der jüngeren Firmengeschichte moderat: 2025 war der Umsatz noch um 276 Prozent gesprungen. Die Verlangsamung erklärt auch, warum die Aktie trotz der Rekordbestellungen unter Druck bleibt. Der aktuelle Kurs von 1,27 Euro liegt rund 30 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1,83 Euro – ein Hinweis darauf, dass der Markt die eingetrübte Wachstumsdynamik stärker gewichtet als das absolute Auftragsvolumen.
RfRecon soll neue Erlösquelle erschließen
Parallel zur Vorstellung der Zahlen treibt DroneShield sein neues Produkt RfRecon voran. Das Gerät wurde am 9. August offiziell lanciert und markiert nach eigenen Angaben einen strategischen Schwenk: Statt nur Drohnen zu erkennen, soll RfRecon die gesamte elektromagnetische Umgebung analysieren und interpretieren. Damit positioniert sich DroneShield in einem höherwertigen Marktsegment, in dem Verteidigungskunden traditionell bereit sind, mehr zu zahlen. Erste Umsätze aus dem Gerät erwartet das Unternehmen für die zweite Jahreshälfte 2026.
Ergänzend kündigte DroneShield für das dritte Quartal 2026 ein Software-Update an, das die Leistung bei der Funkerkennung sowie die Reaktionsgeschwindigkeit bei der Verfolgung von Zielen verbessern soll. Diese Weiterentwicklungen sollen die bestehende Produktpalette aufwerten, während die neue Gerätefamilie ab dem dritten Quartal schrittweise anläuft.
Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr
Bemerkenswert ist, dass DroneShield bereits jetzt Vorverträge für das übernächste Geschäftsjahr vorweisen kann: Für FY27 liegt das bestätigte Umsatzvolumen laut Unternehmensangaben schon bei 26 Millionen australische Dollar – und wächst weiter. Das deutet darauf hin, dass Kunden langfristige Beschaffungszyklen mit DroneShield planen, auch wenn das Wachstumstempo im laufenden Jahr nachlässt.
Für die kurzfristige Einordnung der Wachstumsstory bleibt der 26. August entscheidend: An diesem Mittwoch legt DroneShield die Halbjahreszahlen für 2026 vor, einen Tag später findet die Analystenkonferenz statt.
Nach Einschätzungen aus dem Markt dürfte der Umsatz im ersten Halbjahr bei rund 125,8 Millionen australische Dollar liegen, ein Plus von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Anteil wiederkehrender Erlöse wird auf 14,2 Millionen australische Dollar geschätzt, das entspräche gut 11 Prozent des Halbjahresumsatzes.
Für Anleger bleibt die Gemengelage ambivalent: Das Auftragsbuch wächst, neue Produkte wie RfRecon sollen die Marge verbessern, und selbst für 2027 zeichnen sich bereits erste Umsätze ab. Gleichzeitig bremst die niedrigere Wachstumsrate gegenüber dem Vorjahr die Fantasie, die den Kurs 2025 getrieben hatte. Der Termin Ende August wird zeigen, ob die operative Substanz die Bewertung wieder stabilisieren kann.
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