DroneShield-Aktien sind fast zwei Drittel von ihrem Rekordhoch entfernt. Trotzdem zahlen Anleger für die Papiere des Drohnenabwehr-Spezialisten immer noch das 83-fache der für 2026 erwarteten Gewinne. Diese Kombination aus Kurssturz und weiterhin hoher Bewertung spaltet gerade die Anlegerschaft.
Am Mittwoch schloss die Aktie bei 1,34 Euro, ein Plus von 0,86 Prozent. Der kurze Ausschlag nach oben ändert wenig am großen Bild: Binnen 30 Tagen verlor das Papier 15,6 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 25,53 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 Euro, erreicht am 6. Oktober 2025, trennen die Aktie mittlerweile 63,18 Prozent.
Der Absturz hat System
Der Rückgang kam nicht plötzlich. Er zieht sich über Monate und hat die technischen Marken längst gerissen. Die Aktie notiert klar unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1,65 Euro und auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1,92 Euro.
Ein RSI von 37,2 zeigt: geschwächt, aber noch nicht überverkauft. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 68,75 Prozent verrät, wie nervös der Handel in diesem Titel mittlerweile verläuft. Hinzu kommt spürbar gestiegenes Interesse von Leerverkäufern, das den Abwärtsdruck der vergangenen Handelstage zusätzlich verstärkt hat.
Die Gewinnmultiplikatoren bleiben hoch
Auf den ersten Blick wirkt der Kursverfall wie eine Einladung zum Einstieg. Die Bewertung erzählt eine andere Geschichte. Nach Konsensschätzungen von CommSec soll DroneShield im Geschäftsjahr 2026 einen Gewinn je Aktie von 2,6 australischen Cent erzielen, 2027 dann 4,3 Cent und 2028 bereits 7,4 Cent.
Daraus ergeben sich Kurs-Gewinn-Verhältnisse von rund 83 für 2026, 50 für 2027 und 29 für 2028. Das sind keine Schnäppchenwerte. Die Investmentthese hängt vollständig davon ab, dass sich der Gewinn zwischen 2026 und 2028 nahezu verdreifacht — nur dann wirkt ein KGV von 29 im Jahr 2028 nicht mehr überteuert.
Software als Hoffnungsträger
Bislang stammt der Großteil des Umsatzes aus Hardware-Verkäufen. Genau darin liegt eine Chance: Drohnenabwehrsysteme müssen laufend neue Drohnenmodelle, Frequenzen und Taktiken erkennen. Kunden brauchen deshalb Software-Updates, Bedrohungsdatenbanken und fortlaufenden Support, lange nachdem das ursprüngliche System geliefert wurde.
Wächst die installierte Basis an Systemen, wächst auch die Chance auf wiederkehrende Software-Umsätze bei Bestandskunden. Das würde die Erträge planbarer machen und die Sprunghaftigkeit glätten, die DroneShields Geschäft historisch geprägt hat. Bisher bleibt das aber eine Wette auf die Zukunft, kein belegtes Ergebnis.
Das Ausführungsrisiko bleibt
Analysten, die den Titel beobachten, betonen: Der Kursrückgang beseitigt kein einziges der operativen Risiken. DroneShield muss Marktnachfrage in feste Verträge umwandeln, Geräte pünktlich liefern und dabei mit deutlich größeren Verteidigungskonzernen konkurrieren.
Staatliche Beschaffungsprozesse verlaufen oft langsam und unvorhersehbar. Das kann Umsätze über Quartale hinweg ungleichmäßig verteilen, selbst wenn die grundsätzliche Nachfrage stimmt.
Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei umgerechnet 1,23 Milliarden Euro. Ob die Aktie von hier aus eine Erholung einleitet oder der Ausverkauf anhält, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell DroneShield die ambitionierten Gewinnziele der kommenden Geschäftsjahre tatsächlich in Verträge und Lieferungen umsetzt.
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