Fast zwölf Prozent aller ausgeliehenen DroneShield-Aktien sind derzeit leerverkauft. Diese Quote sinkt kaum, obwohl der Kurs seit Wochen fällt. Für ein Unternehmen aus der Drohnenabwehr-Branche ist das ein ungewöhnlich hartnäckiges Misstrauensvotum.
Die Aktie schloss am Montag bei 1,41 Euro. Damit liegt sie 61,34 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 3,65 Euro, erreicht im Oktober 2025. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor das Papier 18,39 Prozent, auf Jahressicht steht ein Minus von 28,91 Prozent.
Leerverkäufer lockern den Griff nur minimal
Die jüngste Wochenauswertung der australischen Börsenaufsicht ASIC vom 13. Juli zeigt eine Leerverkaufsquote von 11,9 Prozent bei DroneShield. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber der Vorwoche. Damit zählt der Titel weiter zu den am stärksten geshorteten Werten der australischen Börse, in einer Reihe mit Domino’s Pizza Enterprises und Telix Pharmaceuticals.
Die Entspannung ist mager. Eine Woche zuvor lag die Quote bei 12 Prozent, davor bei 12,5 Prozent. Seit DroneShield eine ASIC-Untersuchung zu bestimmten Unternehmensmitteilungen und Insider-Aktienverkäufen offengelegt hat, bauen Leerverkäufer ihre Positionen kontinuierlich aus.
Charttechnik bestätigt den Abwärtsdruck
Die Kursentwicklung spiegelt diesen Druck deutlich wider. DroneShield notiert 20,16 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,76 Euro und 28,72 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1,98 Euro. Der 50-Tage-Schnitt liegt damit unter dem 200-Tage-Schnitt — Charttechniker sprechen von einem „Todeskreuz“.
Der 14-Tage-RSI liegt bei rund 38 und deutet auf eine überverkaufte Aktie hin. Eine klare Trendwende signalisiert das aber noch nicht. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität bleibt mit knapp 71 Prozent auf einem hohen Niveau, die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 1,3 Milliarden Euro.
Die ASIC-Untersuchung bleibt der Haupttreiber
Die anhaltend hohe Short-Quote hängt direkt mit der laufenden ASIC-Prüfung zusammen. Die Aufsichtsbehörde untersucht seit Ende 2025 das Timing bestimmter Unternehmensmitteilungen und damit verbundene Aktiengeschäfte. Details zu den Vorwürfen hat die ASIC bisher nicht veröffentlicht.
Solange die Untersuchung offen bleibt, wetten Leerverkäufer offenbar darauf, dass die Unsicherheit anhält. Analysten von Motley Fool verfolgen das Papier weiter genau und diskutieren, ob der scharfe Rückgang vom Rekordhoch eine Kaufgelegenheit darstellt oder tiefere Probleme signalisiert. Die hohe Short-Quote legt nahe: Ein erheblicher Teil des Marktes ist noch nicht überzeugt, dass die operative Stärke des Unternehmens das regulatorische Risiko kurzfristig aufwiegen kann.
Solange die ASIC keine Ergebnisse vorlegt, dürfte die Aktie volatil bleiben. Der Markt wartet auf Klarheit von der Aufsicht — unabhängig davon, wie sich das operative Geschäft entwickelt.
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