Draegerwerk liefert ab. Der Lübecker Medizintechnik-Spezialist hat sein operatives Ergebnis im ersten Halbjahr mehr als verdreifacht. Ein starkes Signal für den Markt.
Auf Basis vorläufiger Zahlen stieg der Umsatz währungsbereinigt um 7,7 Prozent. Rund 1,6 Milliarden Euro stehen nun in den Büchern. Besonders das operative Ergebnis (EBIT) überrascht mit einem Sprung auf 64 Millionen Euro.
Im Vorjahr lag dieser Wert bei lediglich 20,4 Millionen Euro. Eine Bruttomarge von 46,5 Prozent trieb die Profitabilität massiv an. Dazu stiegen die Funktionskosten mit 3,6 Prozent nur unterproportional zum Umsatz.
Ein Sondereffekt stützte das Ergebnis zusätzlich. Draegerwerk verbuchte im Berichtszeitraum Zollrückzahlungen über 7,8 Millionen Euro. Ohne diese Hilfe wäre das Ergebnis zwar niedriger, aber immer noch deutlich über dem Vorjahr ausgefallen.
Die Auftragslage zeigt jedoch Licht und Schatten. Während die Sicherheitstechnik im zweiten Quartal um 19 Prozent zulegte, verbuchte die Medizintechnik ein Minus von 11,5 Prozent. In Summe wuchs der Auftragseingang im Halbjahr leicht auf 1,75 Milliarden Euro.
Ein Großauftrag aus Mexiko im Vorjahr verzerrt diesen Vergleich in der Medizintechnik. Bereinigt um diesen Effekt blieb das Geschäft in diesem Segment stabil. Das Wachstumsziel für den Konzernumsatz bleibt unverändert bei zwei bis sechs Prozent.
Die Aktie reagiert am Donnerstag positiv auf die Nachrichten. Der Kurs klettert um rund drei Prozent auf 87,80 Euro. Damit liegt das Papier wieder über seinem Durchschnitt der letzten 50 Tage von 86,55 Euro.
Der Vorstand wird angesichts der Zahlen mutiger. Die Untergrenze für die EBIT-Marge im Gesamtjahr steigt von 5,0 auf 5,5 Prozent. Die detaillierte Bilanz für das erste Halbjahr veröffentlicht Draegerwerk am 30. Juli.
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