Bernstein SocGen kappt das Kursziel für DoorDash auf 250 Dollar, nach zuvor 270 Dollar. Das Rating bleibt bei „Outperform“. Der Grund: Die geplante Instacart-Übernahme verlangt Investitionen, und das Management muss deren Rendite erst belegen.
Strategie mit Preisschild
Die Analysten sehen in dem Zukauf einen offensiven Schachzug. Er gibt Einblick in die Zehn-Jahres-Vision des Konzerns für Lebensmittel und Handel: Unternehmenssoftware, ein Marktplatz, ein physisches Liefernetz und Logistik in Echtzeit. DoorDash würde damit zum wichtigen Technologiepartner für Supermärkte, abgesehen von Amazon und Walmart. Interne Bemühungen stießen beim Skalieren an Grenzen, die Instacart beheben könne.
Bernstein verweist allerdings auf den Bewertungsaufschlag. Nur wenn DoorDash Investitionen und Profitabilität weiter im Gleichgewicht hält, lässt sich das aktuelle Multiple verteidigen.
Die eigenen Schätzungen der Bank bleiben unverändert, auch einen sprunghaften Anstieg der Investitionsausgaben für 2027 oder 2028 erwartet sie nicht. Zugleich sieht Bernstein DoorDash, Amazon, Walmart und Uber auf Kollisionskurs im Geschäft mit dem Online-Konsumenten.
Das Geschäft läuft
Die Basis ist solide. Im dritten Quartal übertraf DoorDash die Erwartungen bei Bestellwert und EBITDA um ein bis zwei Prozent. Das Bestellwachstum im Kerngeschäft lag bei 17 Prozent, getragen von einer leichten Beschleunigung im US-Restaurantgeschäft. Der Umsatz der vergangenen zwölf Monate stieg um 35 Prozent auf 17,06 Milliarden Dollar.
Instacart kostet 65 Dollar je Aktie, rund 17 Milliarden Dollar insgesamt. Das ist ein Aufschlag von 26 Prozent auf den Schlusskurs vom 22. Oktober. Mindestens 75 Prozent fließen in bar, bis zu 25 Prozent in DoorDash-Aktien. Der Abschluss ist für Ende 2027 oder die erste Hälfte 2028 geplant.
Cantor Fitzgerald bekräftigt „Overweight“ mit 240 Dollar Kursziel. Der Kaufpreis von elf Mal dem EBITDA des zweiten Jahres sei überzeugend. Zusammen kämen beide Firmen auf mehr als 200 Milliarden Dollar jährlichen Bestellwert.
Analystenbild
Die Einschätzungen liegen eng beieinander, aber nicht deckungsgleich:
- Bernstein: 250 Dollar (zuvor 270 Dollar)
- BofA Securities: 257 Dollar
- Citizens: 250 Dollar
- Cantor Fitzgerald: 240 Dollar
- Needham: 235 Dollar
- Wedbush: 230 Dollar
- UBS: 213 Dollar, mit Sorgen um die Margen
Die Aktie schloss zuletzt bei rund 179 Dollar, nach einem Plus von gut fünf Prozent am Tag der Übernahmeankündigung. Selbst das niedrigste Ziel liegt damit deutlich darüber. Am 5. November legt Instacart seine Quartalszahlen vor, die ersten Hinweise auf die Integrationsaufgabe liefern dürften.
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