Die Aktie der Disco Corporation verzeichnete am heutigen Dienstag einen massiven Kursrückgang und erreichte ein neues Jahrestief. Während das Unternehmen bei den Gesamtauslieferungen die eigenen Prognosen übertraf, sorgten Details zum verzögerten Absatz wichtiger Ausrüstungen für den Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) für Verunsicherung. Ein zeitgleicher schwerer Ausverkauf an den asiatischen Technologiemärkten verstärkte den Abwärtsdruck auf den japanischen Spezialisten für Chip-Säge- und Schleifmaschinen erheblich.
Verzögerungen bei KI-Technik belasten operative Bilanz
In einem Bericht zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 legte das Unternehmen detaillierte Kennzahlen zu seinem Versandvolumen vor. Disco erzielte Gesamtauslieferungen in Höhe von 135,9 Milliarden Yen und lag damit leicht über der ursprünglichen Prognose von 132 Milliarden Yen. Trotz dieses Gesamtergebnisses enttäuschte der Bereich für technische Ausrüstungen. Die Erlöse in diesem Segment blieben um rund 3 Milliarden Yen hinter den Erwartungen zurück.
Laut einem Transkript des Earnings Calls bei Seeking Alpha resultierte diese Differenz aus verzögerten Käufen von Evaluierungseinheiten durch Kunden. Betroffen ist insbesondere die Technik für das sogenannte Advanced Packaging, ein Verfahren, das für die Herstellung von Hochleistungs-Chips im KI-Sektor essenziell ist. Positiv entwickelte sich hingegen das Geschäft mit Verbrauchsmaterialien, das die Prognosen übertraf. Dies deutet auf eine weiterhin hohe Auslastung der bereits bei Kunden installierten Maschinenflotte hin. Dennoch reichten diese stabilen Einnahmen nicht aus, um die Sorgen über das Tempo der Neuaufträge im margenstarken Ausrüstungsgeschäft zu dämpfen.
Breiter Abverkauf im asiatischen Chip-Sektor
Die Schwäche der Disco-Aktie ist am heutigen Dienstag in einen historischen Markteinbruch eingebettet. Der südkoreanische Leitindex Kospi stürzte um 10,84 Prozent ab, wobei führende Branchengrößen wie Samsung Electronics und SK Hynix Verluste von bis zu 14,7 Prozent hinnehmen mussten. Auslöser für diesen „Schock auf Kriegsniveau“ waren mehrere Faktoren: Ein allgemeiner Rückzug der Anleger aus US-Halbleiterwerten sowie Nachrichten über technologische Fortschritte in China.
Berichten zufolge hat China die Massenproduktion von eigenen Anlagen für die Immersions-Lithografie (DUV) gestartet, was den Konkurrenzdruck auf etablierte Zulieferer erhöht. Zudem sorgte das Börsendebüt des chinesischen Speicherchipherstellers CXMT in Shanghai für Aufsehen, dessen Aktie zeitweise um 466 Prozent zulegte. Diese Entwicklungen lasteten schwer auf der gesamten Lieferkette. So verloren auch die Anteile des Branchenriesen ASML deutlich an Boden, während an der südkoreanischen Börse ausländische Investoren Nettoverkäufe in Milliardenhöhe tätigten.
Die Aktie von Disco verlor heute 12,12 Prozent an Wert. Mit dem aktuellen Kurs von 290,00 Euro notiert das Papier nun unmittelbar auf seinem 52-Wochen-Tief. Damit hat sich der Abstand zum Jahreshöchststand, der im Juni noch bei 500,00 Euro markiert wurde, deutlich vergrößert. Anleger blicken nun gespannt auf die kommenden Monate, um zu sehen, ob die verzögerten Auslieferungen der KI-Anlagen im zweiten Quartal nachgeholt werden können.
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